Wehrpflicht – oder wenn Politikern die Ideen ausgehen

Meine Meinung zum „verpflichtenden Gesellschaftsjahr“, lasst uns eure in den Kommentaren wissen, oder schreibt uns einen Text.

Wieder ein gutes Beispiel, warum ich Politikern und Politik so kritisch gegenüber stehe.
Zerpflücken wir das Ganze erstmal in seine Einzelteile, einige Politiker der CDU, SPD und AFD fordern einen Wehrdienst oder alternativ einen Gemeinschaftsdienst. „Verpflichtendes Gesellschaftsjahr“ ist der Name dieser Idee und wird von mehreren politischen Parteien und Organisation gefordert.

Fangen wir mit der Bundeswehr an. Wir brauchen keine Soldaten, die 1 Jahr ausgebildet worden sind. Moderne Konflikte verlangen gut ausgebildete und gut ausgerüstete Einsatzkräfte. Wir haben einfach keine Verwendung für diese Soldaten und als Werbung für die Bundeswehr, wäre es nicht nur extrem teuer, sondern auch eine unmoralische Methode, Menschen zu nötigen. Ich bin der Meinung, dass eine Armee wichtig ist und eine Gesellschaft wehrhaft ist, aber diese Art von Dienst ist nicht mehr zeitgemäß.

Das heißt, entweder diejenigen, die dafür einstehen, hoffen, dass die Leute billige Arbeitskräfte in der Pflege werden, oder sie haben nicht darüber nachgedacht. Ich denke, es ist ein politischer Schachzug der CDU und jungen Union wieder konservativer zu wirken, die SPD will wahrscheinlich den „sozialen“ Teil, also z. B. die billigen Pflegekräfte für sich nutzen und die AfD möchte einen „starken“ Staat und ein mächtigeres Militär suggerieren.

Grundsätzlich stört mich, die Bevölkerung noch mehr zu zwingen, sich für die „Gemeinschaft“ einzubringen. Wir zahlen Unmengen an Steuern, sind dem Schulzwang ausgesetzt etc. Warum also noch mehr?

Wir halten also junge Erwachsene ein Jahr davon ab, irgendetwas zu machen, was sie möchten, um sie in einen „Gemeinschaftsdienst“ zu zwingen. Nur sollte uns klar sein, Solidarität muss freiwillig sein.

Alles in allem glaube ich, diese ganze Aktion ist nur machtpolitisches Gerede, es geht nur darum, wieder Aufmerksamkeit und dadurch Stimmen zu bekommen. Wir brauchen nicht noch mehr Maßnahmen, die völlig an dem ursprünglichen Problem vorbeigehen.

4 Gedanken zu „Wehrpflicht – oder wenn Politikern die Ideen ausgehen

  • August 8, 2018 um 12:33
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    Die Art, wie die Personalbeschaffung bei der Bundeswehr aktuell von statten geht ist jedoch mit Sicherheit auch keine Lösung. Durch den Druck die Truppenstärke halten bzw. erhöhen zu wollen, wird einfach jede Art von „Sozialversager“ genommen, der sich bewirbt und am Ende durch geschicktes ‚Schmarotzertum‘ zum einen den Bund nur Geld kostet aber auch gleichzeitig die ohnehin schon stark angeschlagene Qualität der Truppe weiter senkt. Was wir meiner Meinung nach brauchen ist einen Wertewandel der allgemeinen Meinung gegenüber unserer Armee und eine Wiederaufwertung des soldatischen Berufs, sodass es wieder als Ehre gilt zu dienen, mit entsprechenden Auswahlkriterien, ebenso eine deutliche Umstrukturierung des Ausbildungssystems mit ‚AU-Kasernen‘ anstatt von ‚AU-Kompanien‘, sodass der Regelbetrieb einer Kaserne nicht durch Rekrutenausbildung und weiteres behindert wird. Als Beispiel könnte hierfür das System der norwegischen Armee dienen bei der zwar eine allgemeine Wehrpflicht besteht, jedoch nicht jeder der halbwegs 1+1 zusammenzählen kann, genommen wird, sondern strenge Auswahlverfahren herrschen, deren Bestehen und anschließender Dienst in der Armee als Ehre angesehen wird, sodass sich viele Jugendliche intensivst hierauf vorbereiten. Auch hat die ‚Attraktivitätsoffensive‘ zu einer deutlichen Qualitätsminderung von Ausbildungsvorhaben (über SAZV, sowie ‚Verhätschelung‘ von Soldaten) geführt. Zwar plädiere ich nicht für eine 1:1-Restaurierung der Zustände davor, jedoch sollten die Ansprüche und Intensität in Truppendienst deutlich angehoben werden, um eine einsatzfähige Armee zu garantieren

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    • August 8, 2018 um 17:07
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      Hey, mir gefällt dein Kommentar sehr gut, wo du dir die Mühe gemacht hast, so einen ausführlich Text zu schreiben würde ich ihn gerne als Beitrag veröffentlichen. Ich werde Heute Abend auch darauf antworten, wobei ich dir in vielen Sachen zustimme.
      Wäre das für dich in Ordnung?

      Antwort
    • August 9, 2018 um 09:49
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      Ich stimme dir in den meisten Punkten zu, vor allem die Gesellschaft müsste wieder ein anderes Bild von der Bundeswehr bekommen.
      Die Ansprüche an Soldaten sind viel höher als jemals zu vor. Große Teile des Krieges werden in Zukunft von Computern geführt. Außerdem stellt sich die Frage, was für Einsätze die Bundeswehr in Zukunft ausführen sollte.
      Ein Zwangsdienst halte ich immer noch für keine allzu gute Idee. Die Kosten sind unglaublich hoch, ohne das es viel bringen wird.

      Antwort
  • August 8, 2018 um 12:35
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    Ebenso ist ein derartiges ‚Dienstjahr‘ durchaus geistesschulend und könnte in einer Zeit generell wachsenden solidarischen Desinteresses und wachsender Ich-Bezogenheit der jüngeren Generationen von Nutzen sein.

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