Warum sind schlechte Erotikromane so erfolgreich?

(Eindeutig sexuelle Sprache und schlechter Humor im Text)

Ich hatte nie Berührungspunkte mit Erotikliteratur. Es scheint im generellen eine ziemliche Frauendomäne zu sein, bis „50 shades of grey“ die Welt eroberte. Innerhalb kürzester Zeit wurde es eins der erfolgreichsten Bücher der Menschheitsgeschichte. Dumm wie ich war, dachte ich mir, vielleicht sollte ich auch mal einen Blick hineinwerfen. Spoiler Alarm, ich hätte es nicht tun sollen.

Bevor wir weitermachen, Shades of grey ist definitiv nicht der einzige Roman, der damit in letzter Zeit Erfolg hatte, es gibt da noch die „After“ Reihe. Doch das schlimmste aller Bücher habe ich neulich erspäht. Der Name: „Mr. Präsident – Macht ist sexy“, ich komme später darauf zurück, warum es mich so aufregt.

Fangen wir bei dem Fundament einer guten oder schlechten Geschichte an.

 

1. Der Schreibstil

50 Shades of grey liest sich wie eine schlechte Twilight Fan-Fiction, welch ein Zufall, dass auch genau das der Fall ist. Doch die „After“ Reihe setzt dem ganzen die Krone auf. Mit Dialogen der Meisterklasse gespickt und Zitaten, die ich mein Leben nicht vergessen werde. „Die schlechtesten Ideen sind oft die besten“ oder „Ich bin Eis, und er ist Feuer. Wir sind vollkommen unterschiedlich und doch so gleich.“ (Wo genau sind Eis und Feuer gleich?) Spaß beiseite, wenn ihr versteht, wie sowas gemeint ist, erklärt es mir bitte in den Kommentaren! Dieses Buch bedient so offensichtlich jedes billige Klischee, dass es mir physische Schmerzen bereitet, es zu lesen. Immerhin versteht sich die Autorin darauf, auf subtile Art und Weise Erotik zu vermitteln. Hierbei gefallen mir ganz besonders die fast schon poetisch anmutenden des männlichen Protagonisten: „ICH KANN MIR GAR NICHT VORSTELLEN, DASS DICH NOCH NIEMAND DURCHGEFICKT HAT.“, dieser Satz fasst das hohe sprachliche Niveau des Buches herrvorragend zusammen. „DIE BLUSE VERDECKT VOLL DEINE TITTEN.“ ist noch auf einem ähnlichen Level. Getoppt wird aber alles davon wie unserer Hauptprotagonistin darauf reagiert. „HARDINS ART, MIR KOMPLIMENTE ZU MACHEN, LIESS SELBSTBEWUSSTSEIN IN MIR AUFKEIMEN.“ Nachvollziehbar, oder nicht?
Immerhin basiert das Buch nicht auf einer lausigen Fan-Fiction einer unglaublich überbewerteten Boy-Band wie One Direction…. OH UPPS!

Wir sind hier aber noch lange nicht fertig!

 

2. Das Menschenbild

Man(n) hat immer den gleichen Archetyp, potenziell gefährlich, erfolgreich, gutaussehend, geheimnisvoll. Ich verstehe, warum die Eigenschaften als attraktiv gelten, nur warum muss es immer so extrem offensichtlich sein?
Warum müssen die weiblichen Charaktere so unglaublich schwach und unsympathisch sein? (und so oft Jungfrauen?)
Ich bin ein großer Freund von Fantasy, aber diese Geschichten sind sogar mir zu unlogisch.
Shades of Grey ist also ein junges Mädchen, was dann von einem Milliardär entjungfert wird, kurz darauf (so kommt es einem vor) wird sie gefesselt und gepeitscht, während die ganze Beziehung ein einziger Albtraum ist. Klingt gesund und wünschenswert, kein Wunder, dass die Kinos voll hysterischer Frauen waren, um sich das ganze dann auch anzusehen.
„After“ ist da ähnlich, nur noch lächerlicher. Sie hat nämlich eigentlich einen Freund, mit dem sie ewig zusammen ist, aber noch keinen Sex hatte. Darum kümmert sich dann aber bald der typische „Bad Boy“, mit dem sie dann Ihren Freund betrügt. Sie schafft den Spagat zwischen Jungfrau und Flittchen mit unglaublicher Grazie.

Einen habe ich aber noch.

 

3. Machtspielchen

Wenn wir an Leute denken, die Ihre Macht ausnutzen, um Frauen zu sexuellen Handlungen zu nötigen, denken wir an Bill Clinton oder aktueller Harvey Weinstein. Jeder Mensch mit genordetem moralischen Kompass findet dieses Verhalten ekelerregend. In diesen Büchern haben wir Milliardäre, Arschlöcher, oder um endlich zum oben genannten Buch zu kommen, Präsidenten, welche junge Frauen ausnutzen. Ich hoffe eine Frau, am besten ein Fan dieser Literatur, könnte mir erklären, wo der Reiz an sowas liegt? Bis dahin freue ich mich auf die baldige Verfilmung von der „After“ Reihe, leider spielt Harry Styles ja nicht die Hauptrolle….

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