Warum ich Identitätspolitik verabscheue.

Fangen wir als Erstes mit der Begriffsklärung an,
wir nutzen hier eine sehr einfache Definition, die den Begriff gut abdeckt.
„Der Begriff Identitätspolitik ist eine Zuschreibung für politisches Handeln, bei dem Bedürfnisse einer jeweils spezifischen Gruppe von Menschen im Mittelpunkt stehen.“

Identitätspolitik ist ein Mittel von Links wie von Rechts. Die Linken scheinen dabei eher auf Minderheitengruppen zu setzen, wie z.B Homosexuelle.
Während die politische Rechte eher auf die Mehrheitsgruppen schaut, wie z.B Christen.

Mir gefällt beides nicht und dafür habe ich einige Gründe.

1)
Die meisten Gruppen, die vertreten werden, sind so heterogen, dass sie überhaupt nicht in der Form repräsentiert werden können. Jedes Mal, wenn irgendwer von der Homosexuellen- community spricht, kann ich mir ein Grinsen kaum verkneifen. Als ob es ein monatliches Treffen stattfindet, in dem die mehreren Millionen Menschen in Deutschland die ins LGBT Spektrum auf einen politischen Konsens kommen.

2)
Zu Recht regen sich viele darüber auf, dass Unternehmen Einfluss auf die Legislative nehmen.
Mir gefällt das überhaupt nicht, dabei ist mir egal, ob es Unternehmen sind oder andere Interessensverbände wie Gewerkschaften, diese sollten keinen außerordentlichen Einfluss auf die Politik haben.
Identitätspolitik ist nichts anderes als Lobbyismus.

3)
Außerdem führt es zu unproduktiven Konkurrenzdenken. Viele Gruppen stehen in Konkurrenz und statt produktiv zu werden, werden Zeit und Ressourcen verbrannt, sich gegenseitig zu schaden. Streiks helfen im Endeffekt niemanden so wirklich und richten große Schäden an. Demonstrationen sind ebenfalls ein extrem destruktives politisches Mittel.

4)
In der Usa haben sich Schmuggler mit Baptisten zusammen getan, um Alkohol am Sonntag zu verbieten. Diese Gruppen könnten unterschiedlicher nicht sein, schließen sich aber zusammen um ein Ziel durchzusetzen. Die Schmuggler um mehr Geld zu machen und die Baptisten wegen ihrer geistlichen Mission. In Deutschland haben wir ähnliche Konstellationen mit Muslimen und Feministen, obwohl die Werte völlig gegeneinander stehen, haben sie sich verbündet, um ihre Ziele durchzusetzen.

5)
Es schadet der sozialen Durchlässigkeit, wenn Gruppen gegeinander „kämpfen“ ist es sehr schwer „überzulaufen“. Dann muss ich mich entscheiden, welche Gruppe ich mehr gewichte, weil ich mich bei der anderen nicht mehr zeigen kann, was zu einer Verzerrung meiner Identität führt. Statt dynamisch werden die Gruppen statisch, es führt zu verhärteten Fronten , obwohl die Gruppen natürlicherweise eigentlich ähnliche Ziele haben. Gewerkschaften sehen ihren Arbeitgeber oft als Feind, was eine völlig unsinnige Betrachtung ist.

6)
Wir brauchen nur eine Gruppe und für jedes Mitglied zählen die gleichen Gesetz.
Unser Grundgesetz bring es direkt am Anfang auf den Punkt. Es geht um die Würde des Menschen und für jeden sollte das gleiche Recht gelten. Das ist tatsächlich die einzige Unterscheidung, die relevant ist, völlig egal ob Veganer oder Einzelhandelskaufmann.

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