Tote Mädchen lügen nicht

Tote Mädchen lügen nicht.
Sie sagen aber auch nicht die Wahrheit, Leichen reden für gewöhnlich nicht mehr.

Dieser Text beschäftigt sich nur mit der ersten Staffel.

!Spoilerwarnung für die erste Staffel!

Ich habe das Buch vor etlichen Jahren gelesen und fand es damals wirklich gut. Es war eines der Bücher, die ich verschlungen habe.
Hier wird es aber um die Serie gehen und die finde ich nicht nur an vielen Stellen schlecht gemacht, sondern auch Brand gefährlich.

Schauen wir uns zwei besonders schlechte Charaktere an.

Einer der absolut schlechtesten Charakter die ich in den letzten Jahren ertragen musste, die Karikatur des Highschool-Arschlochs, Bryce Walker:
Ein erfolgreicher Baseballspieler mit reichen Eltern. Nebenbei noch ein gewissenloser Psychopath. Er ist nicht nur ein langweiliges Klischee, sondern auch völlig ohne jede Tiefe. So spielt er den Harvey Weinstein dieser Highschool. Die Geschichte die sonst auf subtile und komplizierte Situationen setzt, wird so oft von ihm vergewaltigt, bis es schwarz-weiß ist. Er spielt den Disney Bösewicht, mit zu starkem Sextrieb.

Jetzt, wo der schlechteste Charakter weg ist, kommen wir zum Hauptcharakter: Hannah Baker.
Sie dreht 13 Kassetten, in denen sie die Gründe für ihren Suizid nennt. Einige sind völlig lächerlich, wie z.B zwei ihrer Freunde werden ein Paar und haben weniger Zeit für sie, oder sie kriegt ein uncharmantes Kompliment für ihren Hintern. Dafür schaut sie aber einfach zu, wie ihre Freundin vergewaltigt wird. Hannah verhält sich oft absolut widerlich und sie im guten Licht darzustellen ist extrem gefährlich, denn nur, weil sie sich umbringt, macht sie das nicht zu einem besseren Menschen macht.
Natürlich ändert der letzte Grund für ihren Suizid die Situation. Sie wird vergewaltigt und ich möchte das nicht relativieren. Doch sie begibt sich wissend in die Gefahr und wehrt sich nicht außerordentlich. Der Charakter hätte viel Potenzial, aber nur, wenn sie auch ehrlich dargestellt werden würde. Sie hatte, bis auf die Vergewaltigung, keinen Grund für ihre Tat. Statt Hilfe zu holen oder gegen die Menschen, die ihr schaden, vorzugehen, reißt sie alle in den Abgrund, die sie lieben. Doch die Serie stellt sie eine Heldin dar. Im Endeffekt ist sie nicht mehr als ein Feigling.

Die Zielgruppe der Serie sind eindeutig Jugendliche. Hannah als eine romantische Figur im Stile von Werther oder Yuriko zu sehen, ist brandgefährlich. Eine Betonung auf ihre Übertreibungen und schon vorhandenen Störungen hätte der Serie mehr aufklärerischen Charakter gegeben. Noch hoffe ich darauf, dass die zweite Staffel in die Richtung eines differenzierten Umgangs geht.

Was sind eure Meinungen zu der Serie? Wer ist euer Lieblingscharakter oder wen hasst ihr am meisten?

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