Sollten Homosexuelle heiraten?

Ich möchte in Zukunft zu jedem Thema des Monats ein paar kontroverse Themen besprechen und die Argumente für beide Seiten aufzählen.
Mir geht es nicht in erster Linie darum Stellung zu beziehen, sondern Positionen zu rationalisieren.
Solltet ihr Ergänzungen haben lasst es mich in den Kommentaren wissen.

 

Pro Homoehe:

Die Unsinnigkeit der Unterscheidung:
Rechtlich gibt es keine Unterschiede zwischen einer eingetragenen Lebenspartnerschaft und einer Ehe,
warum diese semantische Unterscheidung unsinnigerweise beibehalten?

Argument der Gleichberechtigung:
Der Staat sollte keine Unterscheidung machen zwischen Hetero- und Homosexuellen und hat damit kein Recht,
Homosexuellen ein anderes „Label“ zu verpassen.

Kontra Homoehe:

Argument aus der christlichen Tradition:
In christlicher Tradition ist die Ehe ein heiliger Bund aus Mann und Frau,
damit wäre eine Ehe zwischen zwei Männern/Frauen ein Verstoß gegen die Regeln des Christentums.

Argument aus der Unfähigkeit Kinder zu gebären:
Ehen waren früher fast in jedem Fall mit Kindern verbunden und erst seit der Möglichkeit
einer verlässlichen Verhütung gibt es so viele kinderlose Ehen.
Beziehungen aus denen keine Kinder entstehen können, sollten auch keine Ehe sein,
denn sie erfüllen eine der ehelichen Pflichten nicht.

Argument aus Angst vor dem Dammbruch:
Ein Argument was oft genutzt wird, aber fast immer sehr schwach ist.
„Wenn wir Homosexuellen erlauben zu heiraten, dann dürfen es auch bald Geschwister/Tiere etc.“

Ich denke die Argumente aus der christlichen Tradition und das Argument aufgrund der Dammbruch Gefahr sind sehr schwach.
Das einzige stärkere kontra Argument ist für mich die Unfähigkeit Kinder zu gebären.
Wie seht ihr das?

3 Gedanken zu „Sollten Homosexuelle heiraten?

  • November 19, 2018 um 22:47
    Permalink

    Ein Argument gegen die Homo-Ehe ist, dass damit die Gleichberechtigung mit Hetero-Ehen folgt, was die Kosten senkt, sich gegen das Traditionelle Ehe leben zu entscheiden. (Das trifft nur auf die Leute zu, die sich in einer Orientierungsphase befinden, wo sie nicht wissen, ob sie hetero- oder homosexuell sind-> Pubertät + Genderstudies). Weil es dadurch einfacher wird homo-Ehen zu führen, wird es auch mehr homo-Ehen geben und weniger tradionelle Ehen.
    Das Argument ist jetzt aus konsevativer Sicht, dass man mit der Gleichstellung von homo- und hetero-Ehen die Gesellschaft verändert, ohne das sie sich über Jahrhunderte beweisen konnte: Tradionelle Ehen wurden immer subventioniert und es hat so funktioniert, also warum sollte man es ändern, wenn man die Folgen nicht kennt?

    Antwort
    • November 22, 2018 um 14:09
      Permalink

      Stimmt. Beim ersten Argument bin ich mir nicht sicher ob es so gut funktioniert. Wir wissen nicht wie homosexualität entsteht, also fraglich inwiefern das irgendwas beeinflussen würde.

      Es gibt auch ein konservatives Argument für die Homoehe, denn es wirbt für einen monogamen Lebensstil z. B.

      Antwort
  • Dezember 13, 2018 um 22:41
    Permalink

    Ich denke das Thema Homoehe muss auf zwei Ebenen geführt werden, die auch klar zu trennen sind.

    Die erste Ebene betrifft das Binnenverhältnis. NATÜRLICH sollten zwei Menschen die sich lieben dies durch ein Bekenntnis zum Ausdruck bringen können. Und hierbei sollte es vollkommen egal sein, ob welches Geschlecht diese Leute haben.

    Aus diesem Blick gibt es in meinen Augen kein wirkliches Argument gegen die Homoehe, das nicht von Intolleranz geprägt ist.

    Die spannendere Ebene betrifft das Außenverhältnis. Welche Stellung, und damit verbundenen Rechte und Pflichten, sollte Homosexuellen Paaren eingeräumt werden?

    Hierbei stellt sich erstmal die Frage warum sollten wir Ehen einer besonderen Stellung zukommen lassen? Auch welche Rechten und Pflichten gibt es und wie wirken diese?

    Natürlich könnte einfach juristisch antworten und Artikel 6 GG zitieren, in dem steht dass Ehe und Familie unter besonderen Schutz stehen. Aber wir wollen es mit mehr Inhalt füllen und konkrete Maßnahmen diskutieren.

    Ehen werden einerseit durch das Ehegattensplitting in der Einkommensteuer „gefördert“. Die Anführungszeichen setze ich , da dies keine Förderung des Tatbestandes der Ehe ist, wie es gern dargestellt wird, sondern einen ganz simplen Anspruch an Gerechtigkeit erfüllt.

    Das Ehegattensplitting führt einfach dazu, das ein Ehepaar wie EINE Wirtschaftseinheit betrachtet wird. Im Ergbenis führt das Ehegattensplitting dazu, dass zwei Ehepaare , die das gleiche verdienen, die gleiche Steuer zahlen, unabhängig, wer von beiden einen größeren Anteil erwirtschaftet.

    DAS finde ich sehr gerecht. Wenn zwei Familen jeweils zusammen 60.000€ verdienen sollte es egal sein, ob beide Partner 30.000€ oder einer 20.000€ der andere 40.000€ verdient, beide Paare sollten die selbe Steuer zahlen. Genau dies erwirkt das Ehegattensplitting.

    Neben den Vorteilen, wird konsequenterweise auch bei den „Nachteilen“, die Ehe anders behandelt. Ein Ehepaar wird nämlich auch bei Anprüchen gegenüber den Staat wie eine Wirtschaftseinheit behandelt. So wird das Einkommen des Ehepartners bei der Pflegeleistung, beim Unterhalt u.s.w. mit betrachtet und im Zweifel müssen die Ehepartner finanziell für einander aufkommen, und profiieren so NICHT von staatlichen Leistungen, die ein unverheiratetes Individuum erhielte.

    Wenn wr als Gesellschaft es gut finden, wenn Menschen füreinander einstehen, so den Sozialstaat auch entlasten, und wir das fördern, dann solltes es egal sein, welches Geschlacht diese Leute haben.
    Deswegen sollte es ohne jeden Zweifel die Homoehe vollkommen rechtlich gleich einer normalen Ehe gestellt werden. Mit allen Rechten aber auch mit ALLEN PFLICHTEN.

    Antwort

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