Selbstversuch: 30 Tage Meditieren

In den sozialen Medien dreht sich aktuell alles um einen gesunden, ausgeglichenen Lebensstil. So wird auch die Meditation beinahe zu einem Trend. Vor einiger Zeit habe ich diese Praktik bereits ausprobiert, allerdings konnte ich ihr nichts abgewinnen. In einem dreißigtägigen Selbstversuch habe ich der Meditation eine zweite Chance gegeben. Ob ich ein weiteres Mal enttäuscht wurde oder ob ich nun einen Zugang zu ihr finden konnte, werdet ihr im Folgenden erfahren.

Meditation soll Konzentration, Achtsamkeit und Ruhe fördern. Es wird ein Bewusstseinszustand angestrebt, bei dem der Fokus auf der Gegenwart liegt. Der Alltag und die Umgebung werden ausgeblendet. Regelmäßiges Meditieren soll helfen, Stress zu reduzieren, klarer zu denken und mit negativen Emotionen besser umgehen zu können.

In einer Zeit, die von Hektik geprägt ist, sind dies Effekte, die sich jeder im Alltag wünscht.

 

Schafft die Meditation das wirklich oder ist sie nur reine Zeitverschwendung?

Schon seit langem wollte ich diese Praktik in meinen Alltag integrieren, konnte jedoch bisher keinen Zugang zu ihr finden. Hilflos und verkrampft saß ich auf dem Boden, die Augen geschlossen und habe versucht, mich zu entspannen und an nichts zu denken. Bei jedem Gedanken, der in mir aufkam, wurde ich wütender auf mich selbst, dass ich sie nicht besser kontrollieren konnte.  Am Ende meiner „Meditation“ fühlte ich mich angespannter als zuvor und zweifelte daran, dass Meditation wirklich zu Entspannung und Ruhe führen kann.

Trotz allem wollte ich die Hoffnung nicht aufgeben und der Meditation eine zweite Chance geben. Um nicht wieder planlos zu „scheitern“, habe mich dazu entschlossen, Meditieren mithilfe einer geführten Anleitung zu erlernen. Während meiner Recherche bin ich auf die 30 Day Meditation Challenge von DOYOUYOGA.com gestoßen . Mit einer Länge von maximal 12 Minuten konnte ich die Videos gut in meinen Alltag integrieren. Die Ausrede, keine Zeit dafür zu haben, galt also nicht.

 

Die Yogalehrerin Faith Hunter führt in den Videos durch die Meditation. Ihre Stimme ist sehr beruhigend und hat mir geholfen, mich besser zu entspannen. Die Wahl der Musik hätte für meinen Geschmack etwas ruhiger und dezenter ausfallen können. Besonders gut hat mir an ihren Videos gefallen, dass die Meditationen abwechslungsreich waren. Außerdem habe ich verschiedene Atemtechniken, Positionen und Mudras (symbolische Handgesten) gelernt, die auch noch nach den 30 Tagen sehr hilfreich für eigene Meditationen sein können.

Anfangs hatte ich besonders große Probleme mit der Sitzposition, die mir Rückenschmerzen bereitet hat. Dadurch fiel es mir schwer, mich zu entspannen. Nach circa einer Woche Meditationspraxis sind diese Verspannungen aber verschwunden. Der Lotussitz ist für mich zu meiner liebsten Position geworden, da ich dort das Gefühl habe, am aufmerksamsten sein zu können.

Besonders wichtig bei der Meditation ist die Konzentration auf den Atem, was mir sehr dabei geholfen hat, meine Gedanken ziehen zu lassen und den Alltag auszublenden. Es ist jedoch ganz normal, dass die Gedanken wiederkehren, vor allem, wenn man Anfänger ist. Anstatt sie zu bewerten, sollte man sie einfach wahrnehmen, ziehen lassen und zum Atem zurückzukehren. So einfach ist das.

Was ich nach 30 Tagen gelernt habe: Meditieren braucht Zeit und Geduld!

Während meines Selbstversuchs habe ich mich jeden Tag auf den Abend gefreut, an dem ich meditiert habe. Unter der Woche habe ich dies immer kurz vor dem Zubettgehen gemacht und bin danach sofort eingeschlafen. Es hat mir sehr geholfen, zu entspannen und meine Gedankengänge zu beruhigen, die vor allem am Abend häufig der Grund für schlechtes Einschlafen sind. Seitdem ich abends meditiere, kann ich deutlich schneller und besser einschlafen.  Es ist für mich zu einem Ritual geworden.

Am Wochenende meditiere ich gerne am Morgen. Dieser positive Start hilft mir, wach zu werden und mich auf den Tag vorzubereiten.

Mir ist aufgefallen, dass ich auch immer mehr in Stresssituationen im Alltag auf die Atemübungen zurückgreife. Diese helfen dabei, runterzukommen und den Überblick zu behalten. Nur zwei Minuten bewusstes Atmen reicht oft schon aus, um die Gedanken zu ordnen und mit neuer Energie weiterzumachen.

Wie sieht es nach den 30 Tagen aus?

Auch noch Wochen nach der 30 Day Meditation Challenge ist die Praktik ein fester Teil meines Alltags. Ich habe mich getraut und habe dem freien Meditieren eine zweite Chance gegeben und wurde nicht enttäuscht. Beim Einstieg haben mir die geführten Meditationen allerdings sehr geholfen und ich kann es jedem Anfänger nur empfehlen, damit zu beginnen. Aktuell benutze ich die App „Relax Meditation“, bei der man sich aus verschiedenen Klängen eine angenehme Atmosphäre zum Meditieren zusammenstellen kann. Mithilfe eines Timers kann ich bestimmen, wie lange ich meditieren möchte und werde nach Ablaufen der Zeit geweckt.

 

Abschließend kann ich nur alle dazu ermutigen, dem Meditieren eine Chance zu geben. Vielleicht auch eine zweite oder dritte Chance wie ich. Lasst euch Zeit, seid geduldig und erwartet am Anfang keine Wunder. Es dauert seine Zeit, bis man sich komplett auf das Meditieren einlassen kann.

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