Schulpflicht in Deutschland?

6 Uhr früh am Morgen, der Wecker eines jeden Schülers klingelt, bzw der eines jeden Kindes ab 6/7 Jahren. Anfangs noch motiviert um Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen, hört die Motivation bei Pythagoras, Expressionismus und co. auf. Wieso stecken wir unsere Kinder überhaupt in die Schule? Ist das gut?

Meiner Meinung nach ist die Schulpflicht wichtig für Deutschland. Allerdings sehe ich es nicht als vorteilhaft, dass jungen Talenten das Entwickeln der eigenen Persönlichkeit verbaut wird. Denn das tut das heutige Schulsystem. Dadurch ist unter Anderem das Phänomen des Hass‘ gegen Schule zu erklären. Zwar steht im Schulerlass NRWs, dass Schule als Institution jedem Kind einen Rahmen für freie Entfaltung der eigenen Selbst geben muss, dies ist mit der praktischen Umsetzung des Systems nicht der Fall. Schüler, die sich also nach dem Erlernen von Lesen, Schreiben und Rechnen für sich selbst interessieren, werden von Klausurenstress, Referaten und Schulpflicht daran gehindert. Ebenso thematisch ist dem Kind nur eine Weiterbildung in verschiedenen Bereichen möglich: Deutsch, Mathe, Bio usw… Wenn sich ein Jugendlicher für z.B. Verkehrstechnik unfassbar interessiert, wird es ihm durch die Schulpflicht unmöglich sein, sich intensivst mit diesem Thema auseinanderzusetzen, ohne tagtäglich bis abends an Schulaufgaben zu sitzen. Das sind Talente und Stärken, die einem jeden Jugendlichen verbaut werden! Soll ich dem also positiv begegnen?

Auf der anderen Seite müssen wir realistisch sagen, dass es leider –auch in Deutschland- Ethnien und Gruppen gibt, die entweder nicht die finanziellen Mittel für ein Schulbesuch haben oder die Eltern das Kind nicht in die Schule schicken möchten. Der Staat schützt dahingehend die Kinder vor Analphabetismus, indem er sie dazu verpflichtet, in die Schule zu gehen.
Dieser Zwiespalt führt mich zu der Ansicht, dass Schulpflicht für beispielsweise die Grundschule notwendig ist, aber ab einem bestimmten Alter der Jugendliche selbst entscheiden darf und soll, inwieweit er die Schule besuchen möchte.

Wie können wir dies nun in unser System integrieren? Soll der „Pause machendes Jugendliche“ als Arbeitsloser gelten? Ich schlage vor, dass er während der Pause bestimmte Tätigkeiten dennoch ausführen soll: nachgewiesenes Ehrenamt, Seminar besuchen etc. Er könnte auch die Schule besuchen, ohne benotet zu werden oder ähnliches. Dies wäre als kleine Reform des heutige Systems umsetzbar. Wenn wir jedoch das Schulsystem so ändern würden, dass die freie Entfaltung der Persönlichkeit möglich wäre, ist Schulpflicht meiner Meinung nach wichtig und gut. Freiheit ist ein Grundbedürfnis der Menschen vor allem in einem demokratischen Staat, doch ebenso Sicherheit. Eine Schulpflicht, vorausgesetzt das Schulsystem stimmt, wäre also das sichere Gerüst für das Freiheitsbedürfnis.

27 Gedanken zu „Schulpflicht in Deutschland?

  • August 22, 2018 um 21:13
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    Dieser Beitrag ist sehr unlogisch und widersprüchlich.
    Einerseits wird gegen die Schule argumentiert um am Ende doch wieder dafür zu sein.
    Schulpflicht ist wichtig!!!

    Jeder Mensch sollte ein Grundwissen für das Leben mitbekommen. Dazu gehören Lesen, Schreiben, Rechnen um ersteinmal in der Lage zu sein, Wissen selbständig zu erarbeiten.

    Aber auch darüberhinaus ist ein gewisses Grundwissen von Mathematik, Geschichte, Naturwissenschaften etc. wichtig, um die Welt zu verstehen, Entwicklungen und Meinungen einschätzen zu können. Dieses Grundwissen, sollte bis zur 10. Klasse verpflichtend gelehrt werden.

    Dies verbaut nicht die Entwicklung der Persönlichkeit, sondern bildet die Grundlage um überhaupt eine Persönlichkeit entwicklen zu können. Im Grunde ist es kein Widerspruch zum existierenden Schulmodell, denn nach der 10. Klasse kann der Mensch selbst entscheiden wie es weiter geht.

    Die vorgeschlagenen Reform ist leider Nonsens und weltfremdes Geschwurbel. Einerseits wird von Freiheit gefaselt um dann zu fordern, dass während der „Pause“ Verpflichtend u.a. Seminare besucht werden müssen. Wenn die Autorin spätestens hier keinen Widerspruch in Ihrer Argumentation findet, sollte sie dringend ihren eigenen Text nochmal lesen.

    Durch den Schulbesuch wird einem Menschen NIX verbaut. Im Gegenteil. Bleiben wir bei Beispeil mit dem Schüler, der sich für Verkehrstechnik interessiert. Nun hindert ihn niemand daran, nach Feierabend sich mit Verkehrstechnik zu befassen. Allerdings ist es nicht ratsam dies an Stelle der Schule zu machen, denn irgednwann kommt man an den Punkt, dass er vielleicht Mathematik braucht für eine Formel, oder muss einen Fachtext lesen und analysieren, vielleicht in Englisch und am Ende wird ein Verkehrleitsystem beschrieben, dass sich an der Biologie des Menschen orientiert oder an den Laufwegen von Ameisen, dann wäre es ziemlich dumm, wenn man die Schule nicht besucht hätte.

    Ganz klar muss man fragen, stellt der Lehrplan die richtigen Schwerpunkte. Dies kann durchaus kritisch gesehen werden, wenn in Brandenburg z.B. in den Klassen 7 bis 10 insgesamt 46 Stunden Deutsch/Englisch und 3. Fremdspr. unterrichtet wird, aber nur 21 Stunden Bio/Chem/Phy.

    Das Ergebnis sind das Menschen, die Shakespeare in 3 Sprachen analysieren können, aber die Grundlagen der Genetik, Statistik oder Chemie nicht beherrschen.
    Das sind dann die 1er-Abiturienten, die dann gegen Genpflanzen demonstrieren, Keine Studie lesen können und Angst vor Fluor in der Zahnpasta haben.

    Problematisch ist es tatsächlich, dass heutzutage Schüler bis Abends über den Hausaufgaben sitzen. Dies ist eine Entwicklung die problematisch zu sehen ist und genauer analysiert werden müsste.
    Meiner Erfahrung nach könnte es einerseits mit der Überforderung der Schüler zu tun haben, weil jeder meint heute Hochbegabt zu sein, nur weil er mal in der Schule wegdöst.

    Wir haben ZUVIELE Gymnasiasten. Vor etwa 20 Jahren haben 1/3 eines Jahrgangs Abitur gemacht. Heute sind es 50%. Die Menschen sind ja nicht klüger geworden. Nein, es werden viele durchgeschleppt, die da eigentlich intellektuell nicht hingehören und überfordert sind.

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    • August 22, 2018 um 22:22
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      Ich denke, dass die Schulfplicht immer die Qualität der Schule senken wird. Weil es keinen Wettbewerb gibt, Schulen müssten zumindest privat organisiert werden, damit Schulpflicht funktionieren kann. Sonst haben wir keine Wahl und selbst Kinder die großen Schaden durch die Schule nehmen, werden gezwungen dort zu bleiben.

      Auch wenn ich ihnen, bei ihrem letzten Absatz teilweise zustimme, sind die Menschen klüger geworden.

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      • August 25, 2018 um 22:49
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        Da irrst du leider vollkommen.

        Die einfache Behauptung, dass Menschen immer klüger werden, stimmt so leider nicht. In der Intelligenzforschung ist das hoch umstritten. Es gibt den Flynn-Effekt, der aber auch in anderen Studien sehr kritisch gesehen und teilweise widerlegt wurde.

        Auch für die Kernthese, dass Schulpflicht die Qualität senkt, bzw. marktwirtschaftlich organisierte Schulen bessere Ergebnisse liefern ist empirisch komplett widerlegt.

        Im Hochschulwesen kann man das seit Jahren beobachten. Die meisten privaten Hochschulen sind in der Forschung und damit in der Reputation sehr stark, allerdings in der Bildung eher nur Mittelmaß.

        In deutschen Masternprogrammen müssen Studenten mit Bachelorabschlüsse von englischen und amerikanischen Universitäten regelmäßig abgeleht werden, weil sie bei weitem das deutsche Niveau der staatlichen Unis nicht erreichen.

        In den Naturwissenschaften trauern amerikanische Professoren noch dem deutschen Diplom von staatlichen Hochschulen nach. Zitat eines Standfortprofessors im Fach Chemie:“Schade, dass Deutschland das Diplom abschafft. Wo kriegen wir denn jetzt die Doktoranden her? Unsere Absolventen können wir nicht gebrauchen“

        Ökonomisch ist das auch ganz logisch. Die Universitäten leben von den „Kunden“. Die Kunden der Uni sind die Studenten. Die Professoren müssen Ihre Lehre der Nachfrage anpassen (ihren Kurs verkaufen). Wenn niemand den Kurs besucht, wird die Stelle des Professors und seine Mittel gekürzt oder gestrichen.

        Setzt sich so der beste Kurs duch? NEIN. Es setzt sich der einfachste Kurs durch. DIe Studenten werden die Kurse aussuchen, wo das Verhältnis von Aufwand und Ergebnis ab besten ist. Aber Bildung sollte gewisse Standards setzen. Wer einen Abschluß erwibt signalisiert damit gewisse Fähigkeiten. Dies ist durch eine marktwirtschaftlich organisierte Schule nicht gewährleistet.

        Wir sehen dies z.B. in Berlin. Wo schwache Schüler die Schule wählen, wo sie das Abitur auch mit unterdurchschnittliche Leistungen schaffen. Das Problem, dass bei Bewerbungen für Studienplätze lediglich die Abiturnote gesehen wird, nicht wo und wie es erworben wurde.

        So gibt es Abiturienten von Gesamtschulen, die bei der Einführungsveranstaltung vollkommen überfordert waren, und nicht in der Lage sich mal 90 Minuten intensiv auf ein Thema zu konzentrieren.

        Dieses Problem sehen wir auch bei den Krankenkassen. Der Wettbewerb unter den Krankenkassen ist KEIN Wettbewerb um Leistung sondern um den gesündesten Patienten, wo Milliarden für Werbung und Wellnessprogramme verschwendet um gesunde Besserverdiener an sich zu binden. Dort ist der Wettbewerb KOMPLETT gescheitert.

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        • August 28, 2018 um 16:24
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          Ich hätte gerne einen Beleg für ihre empirische Studie.
          Trotzdem gelten private Hochschulen als die Besten, in jedem Bereich sind die führenden Unis privat organisiert.

          Der Vergleich mit den Masterprogrammen ist seltsam, sie können nicht die schlechten Unis der USA mit den guten in Deutschland vergleichen.

          Zu ihrem Standfordprofessor: Anekdotischer Beweis, für sowas gibt es keine empirischen Belege also kann es auch einfach Nostalgie sein.

          Sie missverstehen den Markt wie den Wettbewerb hier ganz gewaltig. Abschlüsse haben keine intrinsischen Wert. Ein schlechter Abschluß aus Harvard ist besser als ein guter aus Bremen. Wenn eine Uni Abschlüsse verschenkt sind diese im freien Markt nichts Wert, also wird sich auf lange Sicht Qualität durchsetzen. Dies ist nur durch marktwirtschaftlich organisierte im ausreichendem Maße gewährleistet.

          Jetzt ziehen sie Schlüsse aus einem staatlichen System um auf den Markt zu schließen… Das sind Probleme des staatlichen Systems, im freien Markt wäre nichts davon relevant.

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          • August 29, 2018 um 00:04
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            Hm, Sie fangen an, meine Behauptung nur zu glauben wenn ich einen empirischen Beweis vorlege, aber als Gegenargument kommt:“..private Hochschulen gelten als die Besten…“ Das ist genauso anekdotisch, nur anders formuliert.

            Studien zur Intelligenzforschung kann ich gern raussuchen…. Aber darum geht es nicht.

            In welchem Bereich gelten denn private Unis als die besseren? In der Lehre gilt das definitiv NICHT!

            Auch wenn Sie es annekdotisch finden, kann ich weitere Beispiele aus meiner Lebenserfahrung mal nennen. An der FU Berlin gab es ganze Tutorien voll mit Russen. Als ich die fragte, wieso sie alle in Deutschland studieren wurde mir klar gesagt: „In Russland gilt der Deutsche Abschluß als der beste der Welt. In Russland kann man sich die Abschlüsse doch kaufen!“

            Als ich Literatur für unsere Bachelorkurse suchte, konnten wir amerikanische Autoren nur selten nehmen, weil das Niveau der Bücher einfach nicht ausreichte. Selbst Bücher die in Amerika für die Masterkurse verwendet wurden, waren oft nicht einmal ausreichend für die Bachelorveranstaltungen in Deutschland.

            Jedes Semester gab es an der FU einen Amerikanischen Gastprofessor, der für 1 bis 2 Semester eine Stiftungsprofessur der Bundesbank inne hatte, und Masterveranstaltungen anbieten musste.
            Das waren bei uns an der Uni immer lockere Scheine, weil das Niveau deutlich unter dem unserer Bachelorveranstaltungen war. Einmal hatte der Prof. eine Gleichung im Foliensatz und sagte, dass die Herleitung nicht relevant sei, da dies an der US-Uni erst im Doktorandenprogramm Thema ist.

            Wir waren sehr verwundert, da genau diese Herleitung Prüfungsrelevant beim Bachelorkurs an der FU war. Wir hatten regelmäßig Studenten, die im Auslandssemester in England und den USA das 2 Jahres Masterprogramm in 1 Jahre mit der Note 1 bis 2 abschlossen, und an der FU einen Schnitt nur von 3 hatten. Die saßen dann mit ihren 1er Abschlüssen bei uns im Seminar und konnten teilweise die Grundlagen nicht.

            Im Rahmen meiner Unitätigkeit musste ich für den Dekan einmal die Prüfungsergebnisse der Masterstudiengänge auswerten. Ergebnis was, dass unter den Studenten, die Ihren Bachelor nicht in Deutschland gemacht haben, die Durchfallquote im ersten Mastersemester etwa 80% betrug. Bei den Studenten mit deutschen Bachelor betrug die Durchfallquote etwa 20-30% je nach Prüfung. An der Sprache kann es nicht gelegen haben, da die Masterveranstaltungen, inklusive Literatur, alle auf englisch waren. Wie wir Kollegen von anderen Unis mitteilten, war das Ergebnis dort ähnlich. Die Folge waren übrigens neue Zuslassungsregeln für den Master.

            Aber konzentrieren wir uns mal auf das wesentliche Thema, weil wir sonst uns verzetteln und viele Themen verquicken die jeder Ihre eigene Diskussion verdienen.

            Also: Kann der Markt das Bildungssystem komplett effizient organisieren? Da ist die klare Aussage: NEIN!

            Ich behaupte mal, dass ich als Diplom-Volkswirt, der auch einige Jahre an der Uni gearbeitet hat, so einiges vom Markt und dessen Funktion verstehe.

            Hier geht es aber nicht um den funktionierenden Markt, sondern um Marktversagen. Übrigens ist Marktversagen die Regel und nicht der funktionierende Markt. Auch ist Marktversagen das spannendere Ereignis für den Volkswirt. 😉

            Sie behaupten, dass Abschlüsse keinen intrinsischen Wert haben. Ich könnte es mir leicht machen, uns fragen: „Haben Sie dafür empirische Belege? “ Aber ich möchte inhaltlich argumentieren. Natürlich hat ein Abschluß einen intrinsichen Wert, jedoch ist die Abgrenzung zwischen intrinsichem und extrinsichem Wert recht schwierig in diesem Fall und bringt das Thema nicht weiter.

            Der Hauptwert eines Abschluß ist seine Signalwirkung. Man signalisiert einem Arbeitgeber oder einem Kunden ein gewisses Wissen und Qualifikation. Nun kann man nicht allgemein sagen, dass Harvard besser als Bremen ist. Im Bereich Ingenieurswesen schlägt jede deutsche Uni Harvard. Weltweit ist das deutsche Ingenieursdiplom das Markenzeichen für eine qulitativ hochwertige Ausbildung. Da können Sie auch mit dem Harvardabschluß einpacken.

            Dies ist übrigens auch der Grund warum die TU-9 für die Wiedereinführung des Diploms kämpft.

            ABer kommen wir zum Ausgang der Debatte. Dies aber im nächsten Beitrag.

          • August 29, 2018 um 12:26
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            Nach fast jedem Standard führen Privat-Unis die Listen an.

            Wie definieren sie bitte Marktversagen?

            „Also: Kann der Markt das Bildungssystem komplett effizient organisieren? Da ist die klare Aussage: NEIN!“
            Besser als der Staat, natürlich nicht perfekt.
            Würden sie auf meine Argumentation bitte eingehen?

  • August 28, 2018 um 00:47
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    Auf Ihren ersten, sehr angreifenden Kommentar möchte ich mich grundlegend wie folgt äußern: Unsere Prämissen bezüglich des konkreten Einflusses von Schule sowie bezüglich der Persönlichkeit gehen völlig auseinander. Meiner Meinung nach entwickelt sich die Persönlichkeit nicht gut durch kontinuierliche Benotungen ab Klasse 3 und Möglichkeiten, seinen „Feierabend“ zu genießen, wie Sie es formuliert haben.
    Vorab jedoch stelle ich für Sie kurz eine stichpunktartige Strukturanalyse meines Artikels zusammen:

    1) These: Schulpflicht wichtig (und Meinung)
    2) Gegenargumente (Persönlichkeitsentfaltung behindert und Bildung unnütz)
    3) Pro-Argumente (Nicht alle Finanzielle Mittel und Interesse/ Schutz vor Analphabetismus)
    4) Zwiespalt heutzutage lösbar durch sekundäre, eingeschränkte Schulpflicht
    5) Wenn gutes System, komplette Schulpflicht sinnvoll

    Diese Argumentationsstruktur nennt man Sanduhr-Modell 🙂

    Bevor ich mich thematisch auf Ihre konstruktiven Äußerungen beziehe, muss ich mich zuerstmal bedanken. An einigen Stellen war der Sarkasmus und die Distanz nicht erkennbar, darauf werde ich beim nächsten Mal achten.
    Nun wende ich mich Ihrer Vorstellung von Schule zu:
    Sie sagen, dass Schule das Grundwissen für das Verständnis vom Leben bilde und aufzeige, wie man sich Wissen selbst erarbeiten kann. Ich persönlich stufe es nicht relevant für mein Leben ein, in verschiedene Fächern unabhängig voneinander Prüfungen zu schreiben und Schulbuchmeinungen zu lernen. Wie ich mir Wissen selbst erarbeite ist mit Verlaub am aller wenigsten der Schule zu verschulden: Eltern, meine Persönlichkeit und vorallem mein Wissensbedürfnis spielen eine wesentlich größere Rolle (Aristoteles: „Jeder Mensch strebt von Natur aus nach Wissen“). In vielen Einzelfällen haben sich Kinder auch ohne den Besuch vom Schulunterricht und ohne Ablegen von regelmäßigen Prüfungen nötige Mathematikformeln und Phsyikalische Gesetze angeeignet als Mittel zum Zweck: Um sich seinem eigentlichen Interesse (der Verkehrstechnik bspw) zu widmen. In der Schule hingegen haben wir Fächer, bei denen jeder Lehrer erwartet, das Interesse für das einzelne Fach zu entwickeln, anstatt für die Praxis oder die Themen, für die diese Fächer Vorraussetzung waren. Keiner versteht die Edelgaskonfiguration, wenn man realitäts- und praxisferne Punkte an die Wand malt, die sich zu 8 in der Valenzschale formieren wollen.

    Ich hoffe, Sie haben diese Argumentation nun verstanden:).

    Gehen wir nun weiter auf Ihre Aussagen ein. Das heutige Schulsystem verbaue nicht die freie Entfaltung der Persönlichkeit, so Ihrem Kommentar zu entnehmen. Wie bereits am Anfang erwähnt, stimme ich Ihnen da nicht zu. Das Grundprinzip, Schüler bereits nach der 4. Klasse in verschiedene Niveaus zu selektieren mithilfe von einfältigen Zahlen finde ich nicht förderlich, sondern im Gegenteil: unfassbar hinderlich für die Entwicklung der Persönlichkeit. Sie sagen aber auch, dass ab der 10. Klasse man freie Entscheidungsmöglichkeiten habe. Ich bitte Sie, Ihre Aussage dahingehend nochmal zu überdenken: Ein System aus dem 18 Jahrhundert, wiedergekehrt durch das Naziregime soll freie Entscheidungen ermöglichen? Dies macht mich innerlich wütend. Denn das System ist alles andere als frei. Man hat heutzutage allerdings mehr Auswahlmöglichkeiten bezüglich der Fächerwahl oder Möglichkeiten, seine Abschlüsse nachzuholen, doch sich frei zu entscheiden, was man später mal machen möchte? Die vierte Klasse ist essenziell wichtig für den weiteren Verlauf des Berufslebens. Wir reden hier von Kindern im Alter von 10/11 Jahren! Ist das wirklich eine freie Entscheidung? Kann ein Hauptschüler trotz 5 in Französisch je Medizin studieren in Deutschland? Die Antwort ist nein. Kann hingegen ein Abiturient mit einer 5 in Bio und Chemie Medizin studieren? Nach vielen Wartesemestern kann er das, allerdings. Hier haben Sie auch direkt die Erklärung, wieso viel mehr ihr Abitur machen: Ohne Abitur hat man kaum Chancen. Da man nämlich nicht frei entscheiden kann, sondern eine willkürliche Entscheidung der Eltern und Lehrer aus der vierten Klasse den Lebensstandard des Kindes vorschreiben. Fend beschreibt diese Funktion der Schule als „Allokationsfunktion“ : Eingliederung in das gesellschaftliche und wirtschaftliche System des Landes anhand des Bildungssystems. Verstehen Sie mich hier bitte nicht erneut falsch: Schule soll auch in das System eingliedern und das Einordnen in die Berufswelt ermöglichen, doch die spätere Gesellschaftsschicht nicht voraussagen. Dies tut es nämlich durch dieses Selektive Dreigliedrige System und das ist alles andere als fair und frei.

    Nun möchte ich mich etwas kürzer fassen, um den Kommentar nicht allzulang zu machen:

    Es ist kein „Nonsens“, frei von schulischen Verpflichtungen zu sein und sich somit auf seine Talente und Stärken konzentrieren zu können, doch sich im Gegenzug durch Seminare oder Kurse weiterbilden zu lassen. Quasi eine „Fortbildungszeit“ ohne den festen Beruf. Es geht mir einfach darum, dass bspw. Schülern mit Prüfungsangst, Depressionen oder weiteren Problemen eine konstruktive Auseinandersetzung zu ermöglichen, ohne von den Lehrern benotet zu werden. Wenn man einen Monat fehlt ist es klar, dass der Unterrichtsstoff nicht gelernt wurde, wieso sollte derjenige nach seiner Rückker dann wieder gut in der Schule sein können? So ist es mittlerweile und das möchte ich in meinem Artikel ausdrücken: Man kann auch ohne Noten sein Wissen erweitern und sich selber. Die Motivation sollte demnach nicht extrinsisch durch Noten, sondern intrinsisch durch das Eigeninteresse kommen. Wenn ich mir also für drei Monate ein Attest schreiben kann und meine Schwierigkeiten bewältigen kann ohne den Druck von außen, wäre das sinnvoll.

    Ich hoffe, dass Sie nun ansatzweise meinen Gedankengang verstanden habe und würde mich auf diesmal weniger beleidigende Kommentare von Ihnen freuen.

    Antwort
    • August 29, 2018 um 00:38
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      Mein Kommentar war überhaupt nicht angreifend oder beleidigend. Ich habe lediglich die Intellektuellen Schwächen des Beitrags aufgezeigt.

      Auch dieser Beitrag ist wieder sehr wirr, widersprüchlich und eigentlich am Thema vorbei. Ihre Kritik betrifft oft garnicht die Schulpflicht an sich, sondern die Inhalte und die Struktur der Schule. Da bin ich bei Ihnen, wenn wir über den Lehrplan reden wollen, das hat aber mit der Schulpflicht an sich nichts zu tun.

      Zu Ihrer Vorstellung von Schule: Ich verstehe Sie, aber teile sie nicht. 😉 Ich hoffe das beleidigt Sie wieder nicht.
      Ich gebe Ihnen Recht wenn Sie sagen, dass persönlich Einstellung zu Bildung sehr wichtig ist für Bildungserfolg, aber dadurch wird die Schule nicht überflüssig. Sie stellen einen Widerspruch dar, wo eine Ergänzung ist.
      Auch Ihre Aussage, dass Bildung „Schulbuchmeinungen“ sind, ist sehr zweifelhaft. Die Fallgesetzte oder das Bohrsche-Atommodell, dass Sie ansprechen, sind doch keine „Schulbuchmeinung“, sondern Naturgesetze und messbar.

      Merken Sie Ihre Widersprüche nicht? Einerseits sprechen Sie sich klar gegen Schulpflicht aus, da Sie die Aufspaltung nach der 4 Klasse schlecht finden. Als Alternative beschreiben sie aber die extremste Form der Aufspaltung, nämlich jeder macht seinen individuellen „Lehrplan“. Das ist doch Widerspruch im Quadrat.

      Zitat. „Schule soll auch in das System eingliedern und das Einordnen in die Berufswelt ermöglichen, doch die spätere Gesellschaftsschicht nicht voraussagen. “

      Da bin ich vollkommen bei Ihnen, allerdings frage ich mich, wie wollen Sie das machen, wenn es keine Schulpflicht gibt? Wie wollen Sie Kinder aus Bildungsfernenschichten erreichen?

      Denken wir doch mal Ihr Argument zu Ende. Warum überhaupt Schulpflicht bis zur 4. Klasse? Anscheindend erkennen Sie ja auch an, dass jeder zu mindest lesen und schreiben können sollte. Also geht es in Wahrheit NICHT um die Frage Schulpflicht oder nicht, sondern um die Frage: Wie gestalten wir den Lehrplan, wie durchlässig machen wir die Schultypen?

      Auch Ihre Utopie der „Fortbildungszeit“ ist herrlich unkronktret. Wie soll das aussehen? Was machen Sie wenn jemand keine Fortbildung möchte? Ab welchem Alter geht es los, und was macht man bis dahin? Und wer bietet diese Fortbildungen an?

      Stellen sie sich vor, sie wären krank. Würden Sie sich von mir morgen operieren lassen? Ich habe keine Medizin studiert, aber ich habe da schon immer Interesse gehabt und hatte Fortbildungen bei meinem Nachbarn… Reicht ja anscheinend bei Ihnen. oder????

      Antwort
  • August 29, 2018 um 19:36
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    Dies ist die Antwort auf den Post von Paul Port!

    „Nach fast jedem Standard führen Privat-Unis die Listen an.“

    Das ist richtig. Aber schauen SIe sich mal an, was die Kriterien sind. Studenten pro Dozent. Klar liegen da die amerikanischen Unis besser als die deutschen, weil einfach weniger Menschen in den USA sich ein Studium leisten können. Nur ob in meiner Vorlesung 15 oder 150 Studenten sitzen, macht meine Vorlesung inhaltlich ja nicht besser oder anspruchsvoller.

    Zweites wichtiges Kriterium sind oft Drittmittel. In den USA gibt es de facto keine öffentliche Unterstützung, weshalb viel mehr über Drittmittel eingeworben werden muss. Dort werden aber aus den Drittmitteln Dinge bezahlt, die hier zur Grundaustattung gehören.

    Aber keines dieser Merkmale sagt irgendetwas über die Bildungsqualität aus. Übrigens muss man das auch noch konkretisieren. Bisher sprach ich von den Bachelorprogrammen, da dies in den USA die meisten machen. Dort ist die Qualität der Lehre im Vergleich mit anderen Ländern eher mies ( von einigen wenigen Fächern an noch weniger Eliteunis abgesehen).

    ABER, dies hat zur Folge dass die USA exzellente Doktorandenprogramme hat. In Deutschland gibt es auch gute Doktorandenprogramme, allerdings haben die Teilnehmer in Deutschland ganz andere Vorraussetzungen.

    In den USA wird nämlich in den Doktorandenprogrammen die Kurse und Inhalte nachgeholt die in Deutschland teilweise schon im Bachelor und vorallem im Master behandelt wurde. Diese „Elitenbildung“, wie man die Doktorandenprogramme mal nennen kann, werden oft als reguläre Kurse in die Rankings mit aufgenommen. Auch ein Grund für die Verzerrung.

    Zitat: „Wie definieren sie bitte Marktversagen? “

    Hier geht es nicht darum, wie ICH das definiere, sondern wie es in der Wissenschaft und Forschung definiert wird.
    Um das zu verstehen, muss man sich erst überlegen, wann funktioniert ein Markt reibungslos? Dies ist der Fall in sogenannten kompetitiven Märkten. Kompetitiv ist ein Markt, wenn er eine Reihe von Eigenschaften erfüllt.
    Zu diesen Eigenschaften zählt, z. B. dass alle Marktteilnehmer unter Sicherheit handeln, es also keine Unsicherheit über die Zukunft gibt. Es darf keine Marktbeherrschende Situation durch Marktteilnehmer vorliegen, alle Marktteilnehmer haben die gleichen Informationen, es dürfen auch keine externen Effekte vorliegen, keine öffentlichen Güter, Eigentumsrechte müssen klar sein u.s.w.

    Wenn diese Eigenschaften alle erfüllt sind, funktioniert ein Markt und führt allein zu dem gesellschaftlich besten Ergebnis. Dem sogenannten first best.

    In der Regel sind aber ALLLE diese Eigenschaften mehr oder weniger verletzt, weshalb der Markt allein dieses „optimum“ nicht von allein erreichen kann.

    Beim Bildungsmarkt gibt es in der Regel zwei Dinge die zu Marktversagen führen.

    1. Externe Effekte.
    Von externen Effekten spricht man in der VWL, wenn Nutzen und Aufwändungen NICHT über den Marktpreis abgebildet werden (können).

    Klassisches Beispiel: Eine Papierfabrik an einem Fluss lenkt sein Abwasser in den Fluss. Der Papierfabrikant wont weit weg, und wird von der Wasserqualität des Flusses nicht beeinflußt.

    Allerdings ist 50km flussabwärts ein Angler der durch die Abwässer keine Fische mehr fangen kann. Diese Kosten der Papierherstellung kalkuliert der Papierfabrikant NICHT mit ein und produziert mehr als es Wirtschaftlich sinnvoll wäre.

    Bei der Bildung sind die externen Effekte oft ein besseres Angebot im Mangelberuf und weniger Sozialleistungen. Wenn jemand Medizin studiert, wird der Ärztemangel reduziert und gleichzeitig gibt es einen Arbeitslosen weniger, der Sozialleistungen erhält. So hat die Gesellschaft etwas von dieser Bildung. (Externer Effekt) Ergebnis: Im freien Markt gäbe es zu wenig Bildung!

    2. Markteintrittsbarrieren

    Bildung ist in der Regel recht teuer und die konkrete Renditen relativ schlecht abzuschätzen. Die Arbeitsmärkte wandeln sich außerdem in regelmäßigen Abständen.
    So kann es sein, dass der Markt zwar hohe Löhne verspricht, viele sich aber die Ausbildung nicht leisten können, und so der Markt eben NICHT genug Absolventen bereit stellt.
    In England ist es so mit den Medizinern. Obwohl in England den Ärzten sehr hohe Gehälter gezahlt werden, herrscht dort akuter Arzt mangel, weil nur sehr wenige sich das teure Medizinstudium leisten können.

    Ergebnis: Deutsche Ärzte fahren an den freien Tagen für 2 Nächte nach England und behandeln dort. Dabei verdienen sie mit den Diensten soviel wie in Deutschland mit dem vollzeit Schichtdienst.

    Ihrer blinden Marktgläubigkeit dürfte sowas ja garnicht sein, weil der Markt in England ja genug Ärzte zur Verfügung stellen müsste. TUT ER ABER NICHT. Und das ist Marktversagen.

    Antwort
    • August 30, 2018 um 10:25
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      Nein kein Marktversagen, es handelt sich nur um Überregulierung. Außerdem müssen auch nicht alle Teilnehmer über die gleichen Informationen verfügen, die Kraft des Marktes liegt darin, dass er das genau nicht braucht. Somit kann er implizites Wissen nutzen, was eine Planwirtschaft z. B. nicht kann.

      Antwort
      • August 30, 2018 um 11:02
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        Lieber Paul,

        bei meinen beiden Beispielen des Marktversagens gibt es garkeine Regulierung. Wie kann dann dort Überregulierung das Problem sein??? Hast du meinen Kommentar überhaupt gelesen???

        So wie du es formulierst ist es im ersten Teil nicht falsch. Der Markt braucht es nicht, dass alle die korrekten Informationen haben. ABER es gibt Situationen wo der Markt dann eben NICHT funktioniert. Wobei wir hier funktionieren definieren als Situation, wo der Markt das effizienteste und Nutzenmaximierende Ergebnis hervorbringt.

        E sist leider sowohl theoretisch wie auch empierisch einfach falsch was du sagst. Da gab es sogar schon Nobelpreise für, dass dieses Marktversagen aufgedeckt und analysiert wurde.

        EInfachstes Beispiel ist der Versicherungsmarkt. Wie soll ein Versicherungsunternehmen die faire Prämie berechenen, wenn der potenzielle Kunde nicht ehrlich ist, also bewusst eine Informationsassymetrie herstellt?

        WOher nimmst du eigentlich deine Meinung? In den Wirtschaftswissenschaften ist seit mehreren Jahrzehnte die Erkenntnis etabliert, dass der Markt allein nicht immer zum besten Ergebnis führt.

        Antwort
        • August 30, 2018 um 13:39
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          Lieber Robert,
          natürlich, nicht jeder kann Arzt werden, man muss dafür staatlich anerkannt sein. Das ist eine Regulierung(von vielen).
          Der Versicherer kann selbst Prüfungen vornehmen, oder kalkuliert diese Lügen mit ein.

          Meine Meinung basiert zu großen Teilen auf der Österreichischen Schule.
          Es gibt noch eine große Zahl an Marktradikalen wie mich.

          Antwort
          • August 30, 2018 um 21:34
            Permalink

            Okay Paul,

            auf diese Basics geht’s du. Ich ging davon aus, dass wir uns einig sind, dass nur jemand mit einem Medizinstudium als Arzt praktizieren dürfte. Scheinbar findest du das nicht okay… Hmmm, ich denke, dass es recht riskant ist, dass mich jemand operieren soll, wo man vorher nicht genau weiß, ob dieser Mensch Medizin studiert hat.

            Bleiben wir bei dem Versicherer. Ja er kann prüfen. Ja er kann diese Lügen mit einkalkulieren, aber genau dieses Einkalkulieren führt dazu dass es ein suboptimales Ergebnis gibt.

            Genau das ist das Marktversagen!!!! Diese fehlenden Informationen können sogar dazuführen, dass durch adverse Selektion der freie Markt garkeine Versicherung anbietet, obwohl die Versicherung alle besser stellen würde. (Marktversagen)

            Das ist eigentlich Grundlagen der VWL…. aber naja… 😉

            Die österreichische Schule?! Dieses Denken in Keynesianismus und verschiedenen Denkschulen ist leider seit mind. 30 Jahren überholt. Oft wird dies nur noch von Journalisten und sonstgen Fachfremden gemacht oder VWL-Studenten, die von den mordenen Kursen überfordert sind, und dann mit Wirtschaftsgeschichte und Philosophie sich durch das Studium quälen.

            Um zu verstehen, warum das überholt ist, muss man verstehen, warum es diese Denkschulen gibt. Hier eine kleine Einführung in die Wirtschaftsgeschichte… 😉

            Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war die Wirtschaftswissenschaft eher sowas wie eine Philosophierichtung. Dies lag daran, dass man über viele Dinge, die nicht messbar oder berechenbar waren, Annahmen treffen musste. Und je nach Annahme kamen andere Ergebnisse heraus. Dies führte in den 50er Jahren zu dem berühmten Satz von Samuelson über die VWL: „Sag was du zeigen willst, ich sage dir, welche Annahmen du treffen musst!“

            Diese unkronkete Situation war natürlich sehr unbefriedigend, denn man wollte ja wissen, welche Annahmen beschreiben die Realität wirklich? Welche Schulen gehen von den richten Annahmen aus?

            Als man dann Anfang der 80er Jahre erstmals mit den aufkommenden Großrechnern die Möglichkeit hatte auch große Datenmengen auswerten zu können, führte dies zu einem Boom der empirischen Wirtschaftsforschung. Man fing an die Annahmen der Denkschulen mit aufwendigen mathematischen Verfahren zu überprüfen und erkannte dass es keine richtige und falsche Denkschule gibt, sondern dass es deutlich komplexer ist, und die Antwort oft ein „ja aber“, „sowohl als auch“ und ein „weder noch“ ist.

            In modernen Lehrbüchern wird deshalb auf diese Denkschulen nur noch im Bereich Wirtschaftsgeschichte eingegangen, weil die Fragestellungen z.B. in der Makroökonomie eher vom Zeithorizont abhängen. Es ist die Frage, ob man über kurzfristige Effekte wie die Konjuktur spricht, oder langfristige wie das Wachstum. Je nach Situation kann es daher passieren, dass die richtige Antwort auf eine Frage davon abhängt welchen Zeithorizont man betrachtet.

            Die Richtige Maßnahme hängt auch von den Erwatungen der Marktteilnehmer ab u.s.w. Denkschulen sind eine Form der philosophischen Ideologie, die für moderne Fragestellungen in der Wirtschaftswissenschaften als komplett unbrauchbar angesehen wird, weil sie zu statisch sind.

            Man kann z.B. mittels statistischer Zusammenhänge zeigen, dass die Inflationserwartung in den USA und dem Euroraum total unterschiedlich sind. Dies bedeutet, dass sich die Wirkung von Geldpolitischen Maßnahmen komplett unterscheiden. Was in den USA genau richtig ist, kann im Euroraum zur Katastrophe führen und umgekehrt. Hierfür sind Denkschulen einfach viel zu unflexibel.

            Zur österreichischen Schule noch etwas. Das sind ja so etwas wie die Homöopathen der Wirtschaftswissenschaften. Reinhard Neck schrieb ja mal, dass die Österreichische Schule der Meinung ist, dass Theorie nie durch die Realität widerlegt werden könne.

            Wenn die österreichische Schule zur Erkenntnis kommt, dass draußen die Sonne scheint, und man geht raus und wird nass weil es regnet, sagt die Österreichische Schule: Das Wetter irrt sich, meine Theorie kann per Definition nicht widerlegt werden. 😉

            Historisch zeigt sich, dass Marktversagen die Regel ist, nicht die Ausnahme. Auch wenn es viele Marktradikale gibt, ist es nicht richtig.

            Der Widerspruch beginnt ja schon in der großen Politik. In den USA gab es ja regelmäßig US-Präsidenten, die sehr Marktradikal waren, geichzeitig aber für ein starkes Militär waren.

            Wieso braucht man ein starkes Militär? Denke der Markt stellt von allein eine Armee zusammen?!

          • August 31, 2018 um 10:03
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            Ich glaube das auch ein freier Markt das in gewisser Weise reguliert, du kannst ja nur zu ärzten gehen mit bestimmten Abschlüssen etc, aber gerade bei vielen Basics bedarf es nicht unbedingt eines vollständigen Medizinstudiums.

            Ich verstehe den Ansatz, glaube aber nicht das es so kommen würde, der Versicherer könnte einfach mehr Unterlagen einfordern. Ich glaube einfach dass die frei Marktwirtschaftliche Lösung noch die effizienteste ist.

            Also viele Professoren mit denen ich im Kontakt stehe verwenden diese Begriffe noch und auch einige Professoren der VWL. Außerdem hilft es, wenn man die Basis auf die man sein Denken aufbaut, benennt.

            Die marktradikalen Präsidenten und allgemein jedes marktradikale Staatsoberhaupt hat bis jetzt zu einem großen Wirtschaftsaufschwung geführt, komisch wenn der Markt nicht von alleine funktioniert?

            Warum sollte der Markt für interventionistische Maßnahmen Geld herauswerfen? Der Markt handelt nicht im interesse eines US-Präsidenten der Krieg führen will.

            Bis jetzt ist empirisch eindeutig, umso freier der Markt, umso reicher sind die Menschen.

  • August 30, 2018 um 19:19
    Permalink

    @robert

    Ich fand Ihren Kommentar schon beleidigend und grenzwertig, doch kann Ihre Uneinsicht verstehen -sowas ist menschlich.

    Sie müssen meine Ansichten nicht teilen, davon war nie die Rede. Wenn Sie diese jedoch verstehen, versuchen Sie auch meine daraufbasierende Argumentation nicht zu boykottieren, sondern diese auf meine Ansichten zu verbinden 😉
    Ich bemerke, dass Sie sehr Naturwissenschaftlich orientiert sind, doch Schule ist mehr als nur die liebe Naturwissenschaft: Sprachen, Gesellschaftswissenschaften, Kunst etc.. Diese Fächer sind mit Verlaub kompletter subjektiver Bewertung der Lehrer und den Meinungen des Lehrbuchs zuzuschreiben.

    Anscheinend haben Sie selbst nach der für Sie angefertigten Strukturanalyse meinen Artikel nicht verstanden, oder wollen es nicht. Also in gröberem Deutsch:

    Ich bin gegen eine Schulfplicht in DEUTSCHLAND mit dem heutigen SYSTEM. Das System will ich keinem zumuten und ja, auch die LEHRPLÄNE sind fehlerhaft. Demnach schlage ich mit dem HEUTIGEN SYSTEM und den HEUTIGEN LEHRPLÄNEN eine andere, ja, unkonkrete Variante der Schulfplicht vor. Doch diese Fortbildungen oder Kurse würden keinen Abschluss ersetzen, sondern (bitte betrachten Sie die Wortwahl „Pause“) als Überbrückungszeit noch Kontakt zur Bildung in geringster Form ermöglichen. Sodass ein Kind sich FREI VON DEN NACHTEILEN DES SYSTEMS entwickeln kann.
    Wenn das SYSTEM GUT WÄRE, bin ich durchaus FÜR eine Schulpflicht! Wichtigstes Argument dafür sehen Sie in meinem Artikel, wiederholen möchte ich das nicht zum dritten Mal.

    Weiter im Programm:Ich finde eine Selektion nicht schlimm, da ja, wie ich auch sagte, die Schule eine Allokationsfunktion hat. Sondern die ART DIESER SELEKTION finde ich schrecklich. Anstatt nach Noten würde ich persönlich nach Interessen und Begabungen selektieren.
    Deutschland hat ein großes Problem: Wir leben aus der Vergangenheit heraus. Digitalisierung, Wirtschaft usw holen uns iwann ein und werden ganz Europa zerstören. Viele trauen sich nicht, diesen Schritt weiterzugehen und verharren in der guten alten Tradition. Ich vermute, bei Ihnen ist das genauso, weshalb Sie auch solch eine konservative Haltung haben. Neues Zeitalter, neue ENTWICKLUNGEN. Ich möchte gerne Europa weiterbringen, und dazu gehört auch das offene Kritisieren des SYSTEMS DER SCHULE.
    Naja das ist ein neuer Aspekt, der bei Ihnen definitiv für mehr Output sorgen wird, doch haben Sie keine Angst vor Veränderungen und erkennen Sie die Fehler dieses SYSTEMS. Das empfehle ich Ihnen. Vermutlich sind Sie aber wesentlich älter als ich, wodurch eine so starke Veränderung einschüchternd wirkt.
    Zu guter Letzt Ihre Mediziner-Einwände… Auch heute finde ich viele Medizinstudenten total inkompetent, weil sie nicht nach Interesse, sondern nach Noten selektiert werden. Selbst mit Französisch und Deutsch im Abi hat ein 1,0er Abiturient mehr Chancen auf ein Medizinstudium, als ein Chemie, Bio Abiturient mit nem NC von 1,5. Wenn wir thematische Schule hätten, bedeutet das nicht, dass ein unakademischer Mensch aus reinstem Interesse heraus Mediziner wird.. Es bedeutet, dass sowohl das Interessengebiet ALS AUCH die Qualität eine Rolle spielen.
    Versuchen Sie also bitte nicht aufgrund Ihrer Angst vor radikalen Veränderung meine ganze Philosophie umzukrempeln. 🙂 Danke

    Antwort
    • August 30, 2018 um 23:56
      Permalink

      Ich weiß nicht woher Sie nehmen, dass ich Angst habe. Ich bin ein komplett angstfreier Optimist. Nur bin ich Realist. Veränderung zu etwas besseren ist immer zu begrüßen, aber Änderung ist nicht per se besser.

      Sie gehen jetzt sehr auf das persönliche. Letztlich sind sie sogar sehr beleidigend, jedoch verpacken Sie es nett. Ich kann Sie aber beruhigen, ich bin nicht beleidigt, weil ich darin nur ihre intellektuelle Hilflosigkeit sehe. Eventuell wird es Sie überraschen, aber ich habe ein großes Latinum und einen gesellschaftswissenschaftlichen Hochschulabschluß. Deshalb muss ich Ihnen vehement widersprechen, wenn Sie sagen, dass Gesellschaftswissenschaften per se subjektiv sind.

      Vor einigen Tagen hatten wir den Jahrestag des Mauerbaus am 13.08.1961. Dies ist ein festes Datum, dass ist nicht irgendwas interpretiert subjektives. Ich gebe Ihnen Recht, dass in Kunst und Deutsch in der Schule recht subjektiv bewerten wird, aber dadurch wird ihre allgemeine Behauptung, dass alles nur subjektiv ist, in keinster weise auch nur in die Nähe der Korrektheit gerückt.

      Gegen solche allgemein Statements, und Pauschalurteile wehre ich mich, weil Sie den Blick auf das wahre Problem verstellen.

      Das Problem Ihrer Beiträge ist, dass Sie sich immer angegriffen fühlen können. Sie kommen mit so nichtssagenden allgemeinplätzen, dass, egal wie ich es verstehe, sie immer sagen könne, ich wäre der engstirnige alte Sack, der nur zu doof ist, es richtig zu verstehen. 😉

      Ein Beispiel: „Doch diese Fortbildungen oder Kurse würden keinen Abschluss ersetzen, sondern (bitte betrachten Sie die Wortwahl „Pause“) als Überbrückungszeit noch Kontakt zur Bildung in geringster Form ermöglichen. Sodass ein Kind sich FREI VON DEN NACHTEILEN DES SYSTEMS entwickeln kann.“

      Also wollen Sie keine Schulpflicht, aber schon eine Pflicht zur Bildung. Sie wollen, dann doch wieder eine Schulpflicht, wenn die Schule und der Inhalt besser wäre.

      Aber genau das habe ich doch in jedem Kommentar geschrieben. Sie gegen eine Schulpflicht, doch in Wahrheit kritisieren Sie die Struktur. Das ist doch einer der zentralen Kritikpunkte an Ihrer widersprüchlichen Argumentation. Wahrscheinlich habe ich den Kern Ihrer Beiträge besser verstanden als Sie selber?! ;D

      Zitat:“ Anstatt nach Noten würde ich persönlich nach Interessen und Begabungen selektieren.“

      Und wieder werden sie herrlich schwammig! Wie soll das denn aussehen? Wie wollen Sie nach Interessen und Begabungen selektieren? Wer soll selektieren? Was sind die Kriterien? Was folgt aus der Selektion?

      Zitat:“Deutschland hat ein großes Problem: Wir leben aus der Vergangenheit heraus. Digitalisierung, Wirtschaft usw holen uns iwann ein und werden ganz Europa zerstören. Viele trauen sich nicht, diesen Schritt weiterzugehen und verharren in der guten alten Tradition. …. Neues Zeitalter, neue ENTWICKLUNGEN. Ich möchte gerne Europa weiterbringen, und dazu gehört auch das offene Kritisieren des SYSTEMS DER SCHULE.“

      Erstaunlich wie man mit sovielen Worten so absolut NICHTS inhaltlich sagen kann. Welchen Schritt wollen Sie denn gehen? Dass man das System Schule hinterfragt ist legitim. Das kritisiert ja niemand, auch wenn man fragen muss:“Welche der 16 Schulsysteme?“

      Nur es kommt keine wirklich durchdachte alternative. Keine konkrete Vorstellung was diese Schritte und Entwicklungen sein sollen.

      Der einzige Hinweis verbirgt sich am Ende: „thematische Schulen“ Was verstehen Sie darunter? Schulen mit Schwerpunkten? Und wer muss die besuchen?

      Antwort
  • August 31, 2018 um 12:12
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    Ich weiß echt nicht mehr weiter, das stimmt. Drei mal habe ich Ihnen schon erklärt, was ich will und nicht will.
    Jetzt ehrlich gesagt der letzte Versuch, denn irgendwann bin auch ich zeitlich nicht mehr fähig, boykottierenden Lesern alles zu wiederholen 🙂
    HEUTE: Gegen SCHULPFLICH IN DEUTSCHLAND (siehe Titel) weil A)System und B)Lehrplan
    ANSICH: Für SCHULFPLICHT, wenn SYSTEM gut ist.

    Ich will nämlich heutzutage keinen Schüler zwingen, seine Entwicklung zu hemmen. Was es meiner Meinung nach tut. Deshalb bin ich GEGEN EINE SCHULFPLICHT FÜR DAS HEUTIGE SYSTEM.

    Aber grundsätzlich bin ich DAFÜR, WENN DAS SYSTEM STIMMT.

    Vergleich: Wenn Gefängnisse gesetzlich bedingt Foltermethoden einsetzen dürfen würden (!) (es ist nicht so, beruhigen Sie sich, ist nur ein theorethischer Vergleich), wäre ich gegen Freiheitsstrafen in diesen Gefängnissen…. Wenn es aber nicht der Fall ist, bin ich Freiheitsentzug durch Gefängnis positiv gestimmt. Erkenne Sie die Argumentierung?
    Das waren auch in meinem Artikel zeitliche Unterscheidung von : WIE ES IST (Gegenwart) und WIE ES SEIN KÖNNTE (Zukunft)… Und ich sehe es auch, darin zu unterscheiden… Wieso soll ich einer gesetzlichen Strukturierung zustimmen, wenn ich weiß, dass sie dumm ist bezogen auf dieses System? Gesetz ist nicht nur Gesetz, sondern hat eine Bedeutung und oh Wunder einen Zusammenhang. (Das erkennen Sie auch, wenn Sie die Geschichte von Schule betrachten: einfach googlen, geht schnell)

    Schauen Sie sich mal andere Schulsysteme an. Nicht mal 1500 Kilometer von Deutschland entfernt können Sie ein themenselektierendes System erkennen:
    Grundschule bis zur 9. Klasse und danach die Möglichkeit sowas wie in Deutschland Berufsschulen zu besuchen. JAJA, für die, die nicht wissen, was sie später werden wollen, gibt es das Gymnasium. Und nach jeder Schule kann man mit seinem Fachabi studieren. Oder nach dem Gymnasium mit dem Abi studieren.

    Und dass ich Ihren persönlichen Aussagen mirgegenüber widerspreche, ist auch klar. Nur möchte ich das gerne hier abbrechen, weil ich finde, dass dies den Rahmen sprengt. Der Klügere gibt nach. Ich hab zurückgeschossen, mehr wollte ich nicht ;). Ich kann Ihnen nur wärmstens empfehlen, nicht immer alles von anderen komplett zu verdrehen XD Wir reden an Ihrem wesentlichen Kritikpunkt (Meiner angeblichen widersprüchlichen Meinung) auseinander. Ich differenziere meine Ansicht zur Schulpflich anders als Sie.

    Antwort
  • August 31, 2018 um 13:45
    Permalink

    Anwort an Paul Port:

    Du behauptest wieder Sachen die du mit Gefühlen begründest… Oh gott…

    Von dir kommen nur Ausagen der Art: „Ich glaube, dass der Markt…“
    „Ich glaube dass es nciht so kommt…“

    Reicht Glaube? Wie wäre es mal mit Inhalt und Argumenten?

    Du kommst mit Behauptungen: „Bis jetzt ist empirisch eindeutig, umso freier der Markt, umso reicher sind die Menschen.“

    Ich weiß nicht woher du das hast, aber das stimmt NICHT!!!!! Jedenfalls nicht so allgemein.

    Ich habe mir eben mal die Mühe gemacht und die Liste der Länder nach Pro-Kopf-Vermögen rausgesucht.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Verm%C3%B6gen_pro_Kopf

    Und dann den Index für wirtschaftliche Freiheit rausgesucht.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Index_f%C3%BCr_wirtschaftliche_Freiheit

    Nimmt man nun die Top 100 Länder mit dem größten Vermögen, vergleicht die mit der wirtschaftlichen Freiheit kommt ein Korrelationskoeffizient von exakt 0,143 heraus. Also quasi null.

    Beri Spermans Rangkorrelation sagt man ab 0,5 ist ein Zusammenhang gegeben. Hier also ein klarer empirischer Beweis.

    Zugegeben, wenn man extreme Länder mit reinzieht, wie Nordkorea, Ukraine etc. verschiebt sich der Index. Allerdings liegen hier strukturell so starke Unterschiede vor, dass wir diese erst noch berücksichtigen müssten.

    Dies zeigt, dass du empirisch widerlegt bist. 🙂

    Antwort
    • August 31, 2018 um 13:59
      Permalink

      Überhaupt nicht, wir müssten viel mehr die Entwicklung betrachten. Also in welchen Ländern ist der Reichtumsanstieg besonders groß und nicht die absoluten Werte.
      Wenn wir uns z. B. England, Schweden, China, Chile etc anschauen, merken wir, dass diese Länder sich vor allem unter freien Märkten entwickelt haben.

      Antwort
      • August 31, 2018 um 14:46
        Permalink

        Sorry, dass ich es so direkt sage aber das ist doch Bullshit.

        Du sagtest eindeutig: „… umso freier der Markt, umso reicher sind die Menschen…“

        Nicht mit einem Wort redest du da von Entwicklung. Jetzt meinst du auf einmal nicht mehr die absolut Werte, weil ich gezeigt habe, dass es falsch ist.

        Ehrlich, dass ist Kindergartenniveau. Wenn du Entwicklungen meintest hättest du auch Entwicklung schreiben sollen. Ich hatte echt gehofft mal würdige Diskussionspartner zu finden, aber das ist ja unterstes Niveau.

        Auch bei deinen neuen Beispielen kann ich dir gerne zeigen,dass es nicht stimmt. Aber ich weiß dann haste es ja wieder anders gemeint…. BLA BLA BLA….

        Für dieses Niveau, ist mir echt hier die Zeit zu schade. Überlege erst, was du wirklich meinst, und prüfe danach ob dein Kommentar auch mit dem Zusammenpasst was du meinst.

        Bei dir wirkt es oft wie beim alten Spruch: Woher soll ich wissen was ich denke, bevor ioch höre was ich sage.

        Antwort
  • August 31, 2018 um 19:06
    Permalink

    Die obige Diskussion ist ein perfektes Beispiel dafür, wie sich Menschen in Details verlieren, um Andersgesinnte argumentativ zu beseitigen, da sie unterbewusst schlicht nicht bereit sind, über das Große und Ganze zu diskutieren. Denn Menschen folgen verschiedenen Grundsätzen, die sie nicht anzweifeln, und halten inzwischen immer öfter nur noch in Detailfragen zusammen. In diesen sucht das deutsche Volk seinen gemeinsamen politischen Nenner. Ein Output der großen Individualisierung, verstärkt durch die noch größere Vernetzung – so formen sich neue Gemeinschaften, die den demokratischen Staat spalten und schwächen. Aus Details ergeben sich Kompromisse, die den individuellen Grundsätzen im Weg stehen.
    Es wird Zeit, dass wir loslassen von autoritärer Links-Rechts-Politik und uns einem flexiblen, konsequenten Liberalismus widmen, der durch autonome Initiativen, Communities und Betriebe idealisiert wird.
    Nur so können wir den weltweit wachsenden wahren Ziel- und Wertegemeinschaften genug Freiraum für ihre Entfaltung geben. Sollten wir dies nicht sehr bald tun, betrachte ich glückerfülltes Leben in Deutschland sowie weltweit als gefährdet.

    Antwort
    • September 1, 2018 um 19:51
      Permalink

      Und noch jemand der den Kern des Diskurses NICHT verstanden hat und lieber nichtssagende Phrasen von sich gibt.

      Niemand will hier jemanden argumentativ beseitigen,ich denke hier kann ich für Paul mitsprechen.

      Ich bin ein Freiheits liebender Mensch, der die Kraft einer funktionierenden Gemeinschaft, die auf Offenheit und Respekt aufgebaut ist, sehr schätzt.

      Nur was bringt es über das Große und Ganze zu lamentieren, wenn die konkrete Umsetzung nicht machbar ist. Ich kann es nur wiederholen. Philosophie sollte sich mit dem Leben befassen. Diese Seite heißt : Übers Leben. Hier drin steckt doch die Aufforderung sich mit der REALITÄT auseinander zu setzten. Auch wenn man Utopien verfolgt, die als Gedankenkonstrukt sehr hilfreich sein können, muss am Ende IMMER die Frage nach konkret umsetzbaren Handeln stehen. Sonst ist Philosophie NUTZLOS! In der Antike war dieser Gedanke zentral für die Philosophie.

      Philosophie lebt vom Austausch, Sokrates suchte den Austausch mit den Bürgern. Philosophie lebt von dem Konflikt zwischen These und Antithese und nicht von Dogmen.

      Das unterschied sie übrigens klassisch von der Religion.

      Auch muss ich dir Widersprechen wenn du sagst, man verliert sich im Detail, und verliert den Blick für ganze. Es geht hier ums Große und Ganze. Schulpflicht ja oder nein.

      Um dies aber beurteilen zukönnen muss man die Folgen detailt analysieren.Und Analysieren bedeutet für mich die Erfahrungen, und wissenschaftlichen Erkenntnisse in diesem Bereich zusammen zu tragen und auf dieser Basis eine Entscheidung zu treffen.

      DAS IST LIBERALISMUS. Wenn aber jemand nur mit „ich glaube , dass … “ argumentiert und wissenschaftlich widerlegte Dogmen als quasireligiöses Mantra vorsich her trägt ist dies Fanatismus.

      Antwort
  • September 2, 2018 um 13:22
    Permalink

    Langsam wird es anstrengend. Ein vollkommener Kreis des Unverständnisses, weil -wie Johan sagte- sich an Details festgeklammert wird. Sie sagen, es ginge dennoch über Schulpflich Ja oder Nein… Wieso regen Sie sich dann weiterhin auf und verstecken den Kern der Aussagen durch mangelnder Konkretisierung (meinerseits, bezogen auf meine Schulfplichtspause)? Hier widersprechen Sie sich eindeutig.

    ZUR Philosophie: Sie haben vollkommen Recht. Wieso sollen wir uns überhaupt Gedanken über die Schulpflicht und das System machen? Die Politik gibt doch eh kein Geld für Bildung aus.. Das hat auch nix mit Leben zu tun. Stimmt- Schule ist kein essenzieller Teil vom Leben. Wieso lebt aufeinmal die Philosophie bei Ihnen? Ich dachte, Sie sei nur ein Beschreiben des Lebens, nicht personifizierend, sondern beschreibend. Hmm also wieso frag ich das überhaupt? Das ist eh Realitätsfern. Bringt uns alles nix. Wie sollten uns nicht fragen, wie es besser sein könnte, sondern genau, was schlecht ist.

    Spüren Sie meinen Sarkasmus? Ich teile Ihren Philosophiebegriff nicht und werde auch nicht damit aufhören, meine Fragen auch zukunftsorientiert und utopisch zu stellen.

    Antwort
  • September 3, 2018 um 11:33
    Permalink

    Ja für mich wird es auch anstregend. Aber ich formuliere es mal für sie etwas einfacher.

    Ich merke natürlich ihren Sarkasmus in den Sie sich aus intellektueller Hilflosigkeit flüchten, aber ich bin ja da Ihnen zu helfen.

    Erstmal, das ist nicht „meine“ Philosophie begriff, sondern so ist Philosophie definiert, so ist ihr historischer Anspruch. Aber bleiben wir mal beim Thema Schulfplicht/Schulsysteme.

    Ich finde es gut, wenn man selbstverständliches hinterfragt, wie z.B. die Schulpflicht. Auch ich sehe die Probleme des Schulsystems (achtung nicht schulpflicht), aber stelle die Schulpflicht nicht in Frage. Ich weiß, das ist intellektuell differenzierter und damit auch etwas anstrengender…. Ich hoffe sie kommen noch mit. 😉

    Mir geht es aber darum, wenn Sie die jetzige Schulpflicht in einer anderen Form überführen wollen, dann würde ich mich freuen, wenn sie es etwas konkretisieren würden, damit man sich mit Ihren Gedanken auseinandersetzen kann. Historisch ist der Anspruch der Philosophen gewesen, u.a. eineideale Gesellschaftsform zu definieren. Also eine positive Wissenschaft. Man definierte ein ideales Weltbild, dass es anzustreben galt.

    Sie meckern bloß und sagen alles Mist ohne eine konkrete Alternative anzubieten. Und wenn man Sie fragt, reagieren sie wie eine beledigte Leberwurst. Ich möchte gern ihre Gedanken verstehen, und vielleicht durch einen Diskurs verbessern und konkreter ausgestalten. DAS IST PHILOSOPHIE in ihrer besten Form. Wenn Sie ja aber jeden anders denken als senilen Sack darstellen, der keine Ahnung hat, erinnert mich das an dunkelste Deutsche Geschichte, wo jeder der nicht der Volksmeinung entsprach entsorgt wurde…

    In diesem Sinne, konkretisieren sie bitte mal Ihre Vorstellungen. Wie sollte Ihre freiwillige Bildung aussehen, wie lösen Sie eventuelle Probleme?

    Beste Grüße

    Antwort
    • September 3, 2018 um 14:15
      Permalink

      Ich finde es erstmal moralisch höchst fragwürdig Kinder unter Androhung von Gewalt in die Schule zu zwingen.

      Es gibt Übergangsmodelle, statt einem Schulzwang, ein Bildungsrecht wie es z. B. Friedman vorgeschlagen hat.
      Das wäre zwar immernoch unter Zwang finanziert, aber die Eltern hätten wenigstens noch die Möglichkeit ihr Kind nicht in die Schule zu stecken.
      Wenn die Politik die Schulen ruiniert, haben die Eltern keine Möglichkeit mehr, ihre Kinder aus der Schule zu holen.

      Eine Gesellschaft sollte mit möglichst wenig Gewalt organisiert sein.

      Antwort
      • Oktober 5, 2018 um 00:00
        Permalink

        Ich finde es etwas übertrieben, wenn man von Gewalt spricht bei der Schulpflicht. Niemand wird gefoltert oder ähnliches.

        Aber unabhängig davon, gab es ja schonmal Zeiten, in denen es keine Schulpflicht gab. Erst seit 1919 gibt es in ganz Deutschland eine Schulpflicht und früher war es eben nicht so, dass die Menschen freiwillig in die Schule gingen.

        In den Beiträgen steckt immer dieses naive Weltbild des nach Bildung strebenden Menschens. Jedoch zeigt das wahre Leben, dass die meisten Menschen Bildung auch als Qual und nicht anstrebenswert halten. Was machen wir mit diesen Menschen?

        Wenn das Schulsystem schlecht ist, muss man es besser machen und nicht die Bildung ganz verweigern.

        Antwort
        • Oktober 5, 2018 um 15:06
          Permalink

          1. Es ist Gewalt, nach jeder Definition. Wenn ich als Schüler nicht in die Schule gehe, werden ich bestraft oder gezwungen. Wenn ich mich gegen diesen Zwang wäre wird mir Gewalt angetan. Schulzwang wird immer mit Gewalt oder zumindest der Androhung von Gewalt durchgesetzt, so funktioniert das Gewaltmonopol des Staates.

          2. Früher waren die Möglichkeiten auch nicht gegeben. Ein Kind zur Schule zu schicken muss man sich leisten können, wenn wir in Deutschland die Schulpflicht abschaffen, wie viele würden daraufhin nicht mehr zur Schule gehen? Eine interessante Frage.

          3. Der Mensch bildet sich natürlich und strebt danach. Vielleicht nicht in höherer Mathematik und Gedichts-Analyse, aber nach seinem Bedarf. Selbstlerner sind oft die Erfolgreichsten in ihrem Feld.

          4. Naja dafür muss erstmal die Möglichkeit gegeben werden, dass es in einen Wettbewerb tritt. Wenn nicht mit anderen Systemen, wenigstens mit der Heimschulung. Deshalb wird sich dieses System nie ändern.

          Antwort

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