Mortal Engines – Ein Buch mit Identitätsproblemen

Jetzt wo der Film vor der Tür steht, dachte ich, ich nehme mir die Zeit, dass Buch zu besprechen.

Fangen mit einer der größten Stärke des Buches an, den:

Schauplatz:

Pros:
Eine fantastische Welt, ein abgefahrenes Szenario und faszinierende Ideen.
Peter Reeves ist nicht nur Autor, sondern auch Illustrator. Das wird deutlich bei den vor allem auch visuell sehr kreativen Ideen.
Städte die einander jagen und sich gegenseitig fressen, um zu überleben ist Fantasy vom Feinsten.

Kons:
Ich habe nicht viel Schlechtes über das Szenario zusagen, es gibt keine langweiligen seitenlangen Beschreibungen der Landschaft wie beim Hobbit und die Geschichte bleibt dynamisch. Die Technik und Logik hinter einer Menge Apparaten und Begebenheiten werden, wenn überhaupt nur oberflächlich erklärt, ist aber auch schwer zu erwarten bei dieser Art Fantasy.

Schauplatz Wertung ist: 7/10

Charaktere:

Pros:
Es gibt einige Charaktere wie Hester Shaw die mir sehr gut gefallen haben und interessant entwickelt wurden, auch in den späteren Teilen. Der Mut des Autoren, in einem Jugendbuch einen völlig entstellten weiblichen Protagonisten zu nutzen finde ich grandios und finde es umso ärgerlicher, dass Hollywood diesen Aspekt ignoriert.

Kons:
Die meisten Charaktere sind leider sehr flach und eindimensional.
Tom ist der typische Held in gefühlt jedem Jugend-Fantasyroman. Nicht nur ist er ein Waisenkind, sondern er ist auch ein unverbesserlicher Idealist und Träumer. Ohne die Dynamik mit Hester wäre hätte er keine Tiefe.
Das schlimmste ist aber der Bösewicht Valentine, seine Handlungen sind nicht nachvollziehbar. Auf der einen Seite ist er nicht nur ein Genie und gut in absolut allem, sondern auch ein skrupelloser Killer ohne irgendein Gewissen, bis zum Ende.
Ich kann mir sein Verhalten nur mit einer psychischen Krankheit erklären, denn es folgt keiner wirklichen Logik, oder nachvollziehbaren Emotion.

3/10

Plot:

Pros: Er ist nachvollziehbar und verlässt sich nicht zu viel auf göttliche Fügung, Schicksal und ähnliches, leider ist er auch an fast keiner Stelle etwas Besonderes.

Kons: Die Schablone des klassischen Fantasyplots, ohne wirklich erinnerungswürdige Momente. Er funktioniert aber trotzdem ganz gut und schiebt einen durch das Buch. Wenn der Autor hier ein wenig mehr von der Fantasy des Schauplatzes einfließen lassen können, hätte es das Potenzial zu einem absoluten Klassiker.

5/10

Schreibstil:

Pros: Er funktioniert gut. Kein übermäßiger Pathos und keine völlig übertriebenen Schachtelsätze.

Kons: Die Beschreibungen sind dafür an der ein oder anderen Stelle ein wenig uninspiriert und langweilig.

4/10

Fazit:

Mortal Engines weiß nicht was es sein möchte, für ein Jugendfantasy Buch ist es sehr Brutal und schreckt den ein oder anderen ab, für Erwachsene fehlt oft der Tiefgang und die Nachvollziehbarkeit, die nächsten Teile machen es nicht wirklich besser in meinen Augen an dieser Stelle.
4,75 ist der Durchschnitt der Bewertung. Auch wenn es vielleicht nicht so gut wegkommt, kann ich das Buch empfehlen, solltet ihr Wert auf eine interessante Idee legt. Geht es euch vor allem um stark entwickelte Charaktere und komplizierte Plots, ist es nichts für euch.

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