Identitätsverlust durch Social Media

Adidas Superstars, Levi’s T-Shirts, Bomberjacken und Michael Kors Taschen… Kommen euch die Kleidungsstücke bekannt vor? Achtet mal darauf, wenn ihr in der Stadt unterwegs seid, wie viele (junge) Leute diese tragen. Erschreckend viele.

Die Aufzählung der Kleidungsstücke ist ohne Wertung. Es ist natürlich Geschmackssache, was einem gefällt und was man trägt. Aber du solltest dich fragen, warum es dir gefällt? Was magst du daran? Den Schnitt, den Stil, die Farbe? Trägst du es, weil es dir gefällt, oder trägst du es, weil man es eben aktuell so trägt? Würdest du das Kleidungsstück auch tragen, wenn es sonst keiner tut?

Ich glaube, vieles davon passiert unterbewusst. Wir Menschen, vor allem Jugendliche, die auf der Suche nach sich selbst sind, möchten akzeptiert werden und dazugehören. Wir passen uns an, lassen uns in Schubladen stecken und suchen den Fehler bei uns selbst, wenn wir nirgends hineinpassen. Anders zu sein, ist für viele das Schlimmste. Dabei kann man es auch positiv sehen. Anders als die anderen zu sein, muss nicht zwingend schlecht sein. Vor allem, wenn man es mit Individualität übersetzt. Heutzutage geht Individualität allerdings immer mehr verloren und das ist nicht nur schade, sondern auch gefährlich.

Auf Social Media dreht sich alles rund um Trends, die allerdings kontraproduktiv für unsere Individualität und somit für die eigene Identitätsfindung sind. Ich habe nichts gegen Inspiration. Diese ist sogar sehr wichtig. Allerdings sollten wir uns inspirieren lassen und nicht kopieren. Es liegt so viel Potenzial in Social Media, sich selbst zu verwirklichen, Identität zu schaffen und diese mit der Welt zu teilen. Leider wird dies von den meisten nicht genutzt und Einheitsbrei-Content produziert, um damit die Massen zu erreichen, was erschreckenderweise gut funktioniert.

Man muss allerdings dazu sagen, dass es auf den Content ankommt, den wir konsumieren. Wenn wir Individualität wieder mehr verkörpern würden, sei es im realen Leben oder auf Social Media, würden wir auch Ehrlichkeit und Akzeptanz fördern.

Verlieren wir also durch den Mainstream auf Social Media, die mangelnde Individualität, nicht auch unsere eigene Identität? Mich würde interessieren, wie ihr darüber denkt!

2 Gedanken zu „Identitätsverlust durch Social Media

  • Juni 17, 2018 um 00:32
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    Jo ich stimme dir auf jeden Fall zu. Identitätsverlust und unreflektiertes Kopieren ist definitiv uncool. Aber das hat es ja auch schon vor Socialmedia zeiten gegeben. Ich denke, das dieses Schwarmverhalten, welches sich durch Hypes von dingen wie Levi‘s shirts oder Fidgetspinnern sehr gut erkennen lässt, eine grundlegende Eigenschafft so gut wie jedes Menschen ist. Ich glaube aber nicht, das dieses Verhalten durch social media nennenswert verstärkt wird, da es solche Hypes ja auch schon vorher gegeben hat. Ein Beispiel dafür sind diese Zauberwürfel die man drehen muss bis überall die richtige Farbe ist. (Schon irgendwie traurig, dass es unserer Generation anscheinend reicht an einem Fidgetspinner zu drehen. Die vor uns hat sich wenigstens noch Dinge zum hypen ausgesucht die einen gewissen Unterhaltungswert bieten und vielleicht sogar die eigene Intelligenz steigern können.) Auf jeden Fall wollte ich mit meinem Kommentar eigentlich nur sagen, dass ich glaube, dass social media dieses Phänomen nur verändert aber nicht auslöst oder krass verstärkt. Zum Beispiel wird die Lebensdauer eines Hypes durch socialmedia extrem verkürzt. In einem Monat dreht jeder an diesen sinnlosen Plastikteilen und im nächsten isst man Waschmaschinenpads (Was is eigentlich los mit der Menschheit.) In a nutshell bin ich trotzdem der Meinung das socialmedia eine sehr gute Sache ist, da es unglaublich viele Möglichkeiten bietet. FCK AFD

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    • Juni 17, 2018 um 14:29
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      Vielen Dank für deinen Kommentar! Deine Ansichten sind sehr spannend! Ich stimme dir in deiner Aussage zu, dass Social Media das Phänomen eines Trends nicht ausgelöst hat, allerdings denke ich schon, dass diese durch Social Media schnell(er) und einfach(er) entstehen und verbreitet werden können, einfach, weil man mit nur wenigen Klicks viele Menschen aus der ganzen Welt erreichen kann. Mit deiner angesprochenen Kurzlebigkeit hast du definitiv recht!
      Zu Zeiten vor Social Media allerdings konnten sich Informationen (und Trends) nicht so schnell und problemlos verbreiten wie jetzt und der Austausch war nur eingeschränkt möglich. Mit Social Media geht das nun. Ob das positiv oder negativ ist, hängt meiner Meinung nach von Content und unserem Konsum ab.

      Antwort

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