How to Win Friends & Influence People – gelesen & gelernt #1

Das erste Buch, welches ich euch im Zuge meiner gelesen & gelernt Reihe vorstellen möchte, ist für mich quasi die Bibel für ein gutes menschliches Kommunikationsverhalten. Es handelt sich um „How to Win Friends & Influence People“ von Dale Carnegie – Ein Klassiker unter den Selbsthilfebüchern, der zu Erfolg im beruflichen aber auch privaten Leben führen soll.

Ich habe die englische Originalfassung gelesen, es gibt allerdings auch eine deutsche Übersetzung unter dem Namen „Wie man Freunde gewinnt“. Der Einfachheit halber habe ich in diesem Artikel die Formulierungen der deutschen Übersetzung übernommen.

Das Buch ist in vier Teile unterteilt. Jeder Teil behandelt einen bestimmten Themenbereich, zu dem der Autor Ratschläge gibt. Am Ende jedes Kapitels werden die einzelnen Ratschläge kurz zusammengefasst. Eine Übersicht mit allen Grundsätzen in der Kurzfassung findet sich am Ende eines Themenbereichs wieder.

Zu Beginn des Buches empfiehlt der Autor, die einzelnen Kapitel zwei Mal zu lesen und sich Notizen zu machen, da man dadurch mehr Inhalt aufnehmen und Gelerntes besser verarbeiten kann. Diese Methode finde ich sehr sinnvoll. Ich habe sie auch beim Lesen dieses Buches angewendet.

Teil 1: Grundregeln für den Umgang mit Menschen

1. Kritisiere, verurteile und klage nicht

Damit verletze man nur die Gefühle der Menschen, die sich aufgrund dessen zurückziehen, anstatt etwas oder sich zu ändern. Statt sich über andere Menschen zu beschweren, solle man bei sich selbst anfangen.

2. Gib ehrliche und aufrichtige Anerkennung

Ehrliche und aufrichtige Anerkennung motiviert im Gegensatz zu Kritik, die demotiviert und den Menschen zu Rechtfertigung und Rückzug drängt. Es ist von Bedeutung, dass diese vom Herzen kommt und nicht nur eine gezwungene Schmeichelei ist.

3. Wecke in anderen lebhafte Träume

Es ist wichtig, sich in andere hineinversetzen zu können, um ihren Standpunkt nachvollziehen und somit positive Gefühle in ihnen wecken zu können.

Teil 2: Sechs Möglichkeiten, sich beliebt zu machen

1. Interessiere dich aufrichtig für andere

Die Menschen werden dich mögen und wahre Freundschaften mit dir schließen wollen, wenn du freundlich, aufmerksam und interessiert bist. Carnegie appelliert, sich Geburtstage zu merken

2. Lächeln!

Lächeln macht nicht nur uns selbst, sondern auch andere glücklich. Lächelt man, bekommt man in den meisten Fällen auch ein Lächeln zurück.

3. Vergiss nie, dass für jeden Menschen sein Name das schönste und wichtigste Wort ist

Einen bedeutenden Unterschied in der Kommunikation macht es, wenn man jemanden in einem Gespräch direkt bei seinem Vornamen anspricht. Es ist wichtig, diesen richtig auszusprechen, ihn falsch auszusprechen ist kontraproduktiv.  Dies lässt ihn spüren, dass du dich in diesem Moment nur mit ihm beschäftigst und verdeutlicht dein ehrliches Interesse an ihm. Konzentriere dich also darauf, dir die Namen anderer Menschen zu merken.

4. Sei ein guter Zuhörer und ermuntere andere, von sich selbst zu sprechen

Es ist wichtig, im Gespräch dem anderen zuzuhören und ihn nicht zu unterbrechen, damit er das Gefühl hat, dass du interessiert an ihm und seinen Worten bist.

5. Sprich von Dingen, die den anderen interessieren

Carnegie gibt den Tipp, bevor man sich mit einer bestimmten Person unterhält, sich über sie und ihre Interessen zu informieren. Dadurch kommt man schnell und leicht in ein gutes Gespräch und sammelt Sympathiepunkte bei seinem Gegenüber.

6. Bestärke den anderen in seinem Selbstbewusstsein

Es ist wichtig, den anderen immer in seinem Selbstwertgefühl zu bestärken, indem du mit ihm über ihn selbst redest und ihn lobst.

Teil 3: Zwölf Möglichkeiten, die Menschen zu überzeugen

 1. Die einzige Möglichkeit, einen Streit zu gewinnen, ist, ihn zu vermeiden

Sollte es zu einem Streit kommen, ist es das Beste, das Thema zu wechseln und ihn zu umgehen, da ein Streit in der Regel zu nichts außer schlechter Stimmung führt und die einzelnen Parteien im Stillen noch ihrer eigenen Meinung treu bleiben werden.

2. Achte die Meinung des anderen und sagen ihm nie: “Das ist falsch”

Habe Respekt vor der Meinung anderer und sage einer Person niemals, dass sie falsch liegt. Der Autor empfiehlt, zuzugeben, dass man sich vielleicht selbst irrt und vorzuschlagen, den Sachverhalt noch einmal zusammen aufzurollen.

3. Wenn Du Unrecht hast, gib es ohne zu zögern zu

Wenn du falsch liegst, gib es gleich am Anfang zu. Diese Ehrlichkeit zeigt von wahrer Größe. Äußerst du Selbstkritik, kann es sogar passieren, dass die andere Person versucht, dich zu verteidigen. Außerdem ist es angenehmer, sich selbst zu kritisieren,  als es von anderen zu werden.

4. Versuche es stets mit Freundlichkeit

Mit Freundlichkeit erreicht man mehr. Versuche also auch bei einer Diskussion, freundlich und sachlich zu bleiben.

5. Gib anderen Gelegenheit, „ja“ zu sagen

Bei einem Streitgespräch beginne immer mit Fragen, die dein Gegenüber mit „ja“ beantworten kann, anstatt direkt die Streitpunkte anzusprechen. Durch diese Methode öffnet sich dein Gesprächspartner. Ein „nein“ macht ihn eher verschlossen.

 6. Lass hauptsächlich den anderen sprechen

Lass die andere Person sprechen und höre aufmerksam zu. Rede nur von dir, wenn die Person konkret nachfragt.

7. Lass den anderen glauben, die Idee stamme von ihm

Laut Carengie ist es klug, lediglich Vorschläge zu machen, anstatt dem anderen unsere Ideen aufzuzwängen. Der Gesprächspartner hat dann die Möglichkeit, aus eigener Überlegung heraus zu entscheiden und wird sich in den meisten Fällen dafür entscheiden, da er das Gefühl hat, die Idee entstamme von ihm.

8. Versuche ehrlich, die Dinge vom Standpunkt des anderen aus zu sehen

Hier geht es wieder um Empathie. Bevor du Unfreundlichkeit mit Unfreundlichkeit begegnest, versuche dich erst einmal in den anderen hineinzuversetzen. Vielleicht hatte die Person einen schlechten Tag und ihre Unfreundlichkeit hat nichts mit dir als Person zu tun. Carnegie appelliert, sich selbst und seine Wahrnehmung nicht als die einzig Richtige anzusehen.

9. Bringe den Vorschlägen und Wünschen anderer dein Wohlwollen entgegen

Versuche, dich mit den Ideen und Wünschen anderen anzufreunden, und begegne ihnen nicht gleich mit Ablehnung.

10. Appelliere an die edle Gesinnung des anderen

Es gibt immer einen tatsächlichen und einen idealisierten Grund. Wir Menschen wollen zwar etwas aufgrund des tatsächlichen Grundes tun, wenn wir aber vom besseren Motiv ausgehen, stehen die Chancen viel höher, dass unsere Mitmenschen diesen akzeptieren.

11. Gestalte deine Ideen lebendig

Wenn du Situationen und Ideen dramatisierst und anschaulich gestaltest (Vergleich: Werbung oder Film), erhältst du mehr Aufmerksamkeit und kannst den Menschen zeigen, wie wichtig dir dein Projekt ist.

12. Fordern Sie die anderen zum Wettbewerb heraus

Ein Wettbewerb spornt an und weckt den Wunsch, die anderen zu überbieten und zu gewinnen. Dies steigert die Leistung des Einzelnen.

Teil 4: Neun Möglichkeiten, die Menschen zu ändern, ohne sie zu beleidigen

1. Beginne mit Lob und Anerkennung

Diese Regel lernt man bereits in der Schule. Bevor du eine Person kritisierst oder etwas Negatives aussprechen musst, beginne das Gespräch mit etwas Positiven wie Lob oder Anerkennung, damit die folgende Kritik ihn nicht unnötig verletzt.

2. Mache den anderen nur indirekt auf seine Fehler aufmerksam

Dies kannst du geschickt durch den Austausch von „aber“ mit „und“ anstellen. Indirekt auf Fehler aufmerksam machen, ist vor allem bei sensiblen Personen wichtig, die nur schwer mit Kritik umgehen können.

3. Sprich zuerst von deinen eigenen Fehlern, ehe du andere kritisierst

Wenn man zuerst eigene Fehler zugibt, dann ist es für das Gegenüber weniger schlimm, im Anschluss auch selbst kritisiert zu werden.

4. Mache Vorschläge, statt Befehle zu erteilen

Bringe Personen durch Fragen wie „Wie wäre es mit…?“ darauf, Dinge aus eigenem Willen zu tun. Dadurch gewährt man dem anderen mehr Freiraum und gibt ihm die Möglichkeit, selbst nachzudenken, anstatt Dinge nur stur zu erledigen.

5. Gib dem anderen die Möglichkeit, sein Gesicht zu wahren

Es ist kontraproduktiv, eine Person vor anderen bloßstellen. Man sollte ihre Würde bewahren und sie somit davor schützen, dass sie sich schlecht und angegriffen fühlt und diese Emotionen womöglich an anderen Personen auslässt.

6. Lobe jeden Erfolg, auch den geringsten. Sei herzlich in deiner Anerkennung und großzügig mit deinem Lob

Jeder Mensch wird gerne gelobt. Deshalb lobe die kleinste Verbesserung und lobe jede Verbesserung. Die Voraussetzung dafür ist natürlich, dass das Lob von Herzen kommt. Aufrichtiges Lob kann einen positiven Einfluss auf die Zukunft eines Menschen haben.

7. Zeig dem anderen, dass du eine gute Meinung von ihm hast, und er wird sich dementsprechend benehmen

Hat eine Person eine gute Meinung von uns, strengen wir uns umso mehr an, um dieser gerecht zu werden. Außerdem fällt es uns schwerer, jemanden nicht zu mögen, der gut über uns selbst denkt.

8. Ermutige den anderen. Gebe ihm das Gefühl, dass er seine Fehler spielend leicht verbessern kann

Wenn du jemanden ermutigst und mögliche Fehler klein ausschauen lässt, wird er motiviert sein, daran zu arbeiten und sie auszubessern. Konzentrierst du dich in einem Gespräch allerdings nur auf seine Schwächen, wird er demotiviert und hat keinen Ansporn mehr, daran zu arbeiten, da er das Gefühl hat, dass es unmöglich sei, seine Fehler zu verbesseren.

9. Es muss dem anderen ein Vergnügen sein, deine Wünsche zu erfüllen

Wenn du eine Person dazu bringst, etwas für dich tun zu wollen, macht sie dies aus eigenem Antrieb und erwartet dafür keine Gegenleistung.

Das Buch ist strukturiert aufgebaut und hat sich leicht lesen lassen. Carnegie gibt simple Ratschläge, die allerdings angewendet eine große Wirkung haben. Viele seiner Tipps waren mir bekannt, jedoch habe ich sie im Alltag nicht bewusst angewendet. Während des Lesens habe ich mein eigenes Kommunikationsverhalten stark überdacht und viele seiner Tipps versucht, in Alltagssituationen bewusster zu integrieren. Durch passende Beispiele und kurze Geschichten von Menschen, die diese Tipps befolgt haben, verdeutlicht der Autor die Zusammenhänge und die Wirkungsweisen seiner Prinzipien. In Dale Carnegies Ratgeber geht es nicht darum, Menschen zu manipulieren, sondern vielmehr um uns selbst und wie wir durch unser positives Verhalten Menschen dazu bewegen können, etwas positives für uns zu tun.

Besonders gut haben mir die Zusammenfassungen am Ende der Kapitel gefallen. Vor allem für später, wenn man noch einmal zu dem Buch zurückkehren möchte, sind solche Zusammenfassungen sehr hilfreich, um sich die wichtigsten Prinzipien noch einmal ins Gedächtnis zu rufen.

Für mich ist „How to Win Friends & Influence People“ ein Buch, welches jeder Zuhause in seinem Bücherregal haben sollte!

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

I accept that my given data and my IP address is sent to a server in the USA only for the purpose of spam prevention through the Akismet program.More information on Akismet and GDPR.