Gesunde Ernährung macht krank

Wir alle wollen gesund sein und möglichst gesund leben. Wir treiben Sport, achten auf unsere Ernährung und vermeiden gesundheitsgefährdende Faktoren (z.B. Rauchen). Gesunde Ernährung, vor allem der Veganismus, liegt seit einiger Zeit im Trend. Unter #healthy findet man allein auf Instagram über 128 Millionen Beiträge.

Wo fängt ein gesundes Leben an und wo hört es auf?

Social Media drängt uns immer mehr dazu, zu denken, dass sich jeder rund um die Uhr gesund ernährt. Smoothie-Bowls, bunte Salate oder Rohkost machen den Großteil der Feeds aus. Mal etwas Ungesundes zu zeigen, traut sich kaum noch jemand, und wenn nur mit dem Hashtag #cheatday. Dabei ist das Denken genauso falsch, wie das Vergleichen der Figuren oder der Irrglaube eines perfekten Lebens: Es sind ausgewählte Momentaufnahmen, die Influencer mit ihren Followern teilen.

Gibt es einen Punkt, wo eine gesunde Ernährung nicht mehr gesund ist?

Ja, nämlich dann, wenn sie zwanghaft ist. „Orthorexie“ beschreibt den Zwang zur gesunden Ernährung. Ähnlich wie bei der Magersucht (Anorexia nervosa) kreisen bei Betroffenen alle Gedanken um die Ernährung, dabei allerdings nicht um die Quantität, sondern die Qualität. Betroffene lehnen die meisten Lebensmittel ab, da sie in ihnen potenitielle gesundheitsgefährdende Gefahren sehen. Somit beschränkt sich ihr Speiseplan nur noch auf ein Minimum an „gesunden, unbedenklichen“ Lebensmitteln. Beim Verzehr von „weniger gesunden“ Lebensmittel erleiden Betroffene Schuldgefühle und die Angst vor einem Kontrollverlust. Bei einigen ist die Orthorexie, der Zwang zur gesunden Ernährung, eine Variante der Magersucht, die mit Gewichtsängsten verbunden ist. Obwohl überall von Orthorexie gesprochen wird, ist der Zwang offiziell noch nicht als Krankheit anerkannt.

Orthorexie – eine Begleiterscheinung des Veganismus?

Die Grenze zwischen bewusster Ernährung und Krankheit ist fließend, deswegen ist der #healthy Trend auch so gefährlich.

Fitnesswahn und zwanghaft gesunde Ernährung –  gesund ist das alles nicht, egal, wie gesund uns das in der Theorie erscheinen mag. Wir sollten aufhören, uns von Social Media etwas vormachen zu lassen und in jedem Zucker einen Bösewicht zu sehen. Gesunde Ernährung ist gut und wichtig, aber in Maßen, alles andere ist kontraproduktiv und macht krank. Deswegen postet euren Schokodonut das nächste Mal doch auch mal ohne den Hashtag #cheatday!

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