Die verhängnisvolle Anmaßung (Teil 3)

Wähler und Vertreter

Wie werden Entscheidungen in der Politik getroffen? Das lässt sich natürlich nicht einfach beantworten es gibt verschiedene Verfahren und Prozesse aber grundsätzlich geht es um einen Kompromiss, da die gleichen Rechte für sämtliche Gruppen gelten. Es ist ganz genauso, wie es Ludwig von Mises einst in einer Vorlesung in Buenos Aires dem studierenden Publikum vortrug: “Wähler, die … Privilegien möchten, erkennen nicht, dass es auch Gegner gibt, die genau das Gegenteil wollen und dadurch ihre Vertreter daran hindern, einen vollen Erfolg zu erzielen.” Für einige mag das nicht besonders problematisch erscheinen immerhin gibt es dann wenigstens einen kleinen Mindestlohn oder eine andere ähnliche Übereinkunft. Doch liegt die Sache deutlich schwerer vor allem profitieren entsprechende Vertreter von dieser Situation und Wähler werden mitunter hinters Licht geführt.

Die bessere Idee
Nach Ludwig von Mises sollte sich die bessere Idee über den Austausch durchsetzen können. Wir brauchen Diskussionen und Kontroversen für eine Meinungsbildung. Doch leider setzt sich nicht einfach die bessere Idee durch, wie sollte man sie auch erkennen, das was sich durchsetzt ist vielleicht nicht einmal jene Idee, welche wir für die beste Idee halten, sondern ein Gemisch. Irgendwie glaubt man daran dass man im Kompromiss die besten Einzelpunkte eine Idee umsetzen kann, ohne einer anderen den Boden zu entreißen. Wie soll wirtschaftliche Freiheit tatsächlich verwirklicht sein, wenn das Preisgefüge von Vertretern, Institutionen oder dem Staat vorgegeben werden. Würden wir hier tiefer in die Materie gehen, müssten wir auch über das Geld oder besser die entsprechenden Währungen reden, aber so tief zu gehen ist gar nicht nötig, um aufzuzeigen wie limitiert der “freie Markt” tatsächlich ist. Viele Probleme unserer modernen Gesellschaft werden mit dem Label Marktversagen beschrieben. Doch ist der Markt eben kein Wesen, sondern ein Prozess und wie soll ein Prozess funktionieren, wenn er in seinen Grundlagen beschnitten wurde?

Interventionismus
Auch Politik sollte im größeren Maßstab als ein Prozess begriffen werden. Sie ist genau wie der Markt keine Entität. Doch da die Politik eben vor allem auf Makroebene agiert, muss sie sich stärker hinterfragen und wesentlich genauer eine nationale Gesamtheit erfassen.
Einzelinteressen zu verfolgen bestimmte Wählergruppen zu befriedigen oder Vertretern es zu ermöglichen Kompromisse auszuhandeln sollten ihr Metier nicht sein. Dies führt geradewegs zu einem Interventionismus einer Handlungsspirale, welche immer weitere Eingriffe erfordert damit vorhergehende Eingriffe korrigiert oder am Leben erhalten werden können. Im Ergebnis zufrieden sind damit die wenigsten. So gibt es Ausnahmeregelungen für bestimmte Altersgruppen, Berufe, Branchen etc. Freilich gibt es Einzelbeispiele, welche vom Mindestlohn profitieren doch müssen wir die Aussage weiter fassen. Gibt es nicht eventuell weniger Arbeitsstellen als zuvor oder mehr ungewollte Teilzeit?

Diese Betrachtung bringt uns zurück zu Friedrich August von Hayek und seinem häufigen Ausspruch der “unintended consequences”. Also unbeabsichtigter Folgen.

 

 

Text von Daniel Pietrzak.

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