Die verhängnisvolle Anmaßung (Teil 2)

Spontane Ordnung

Bevor es hier direkt um Macht Machtmissbrauch und das ewige Leid der Politik geht, stelle ich hier die Frage wie der Lohn eigentlich bestimmt wird? Sicherlich gibt es einige wenige Berufe in denen Lohnverhandlungen Angesicht zu Angesicht geführt werden. Doch zum einen dürfte das natürlich die Ausnahme sein, zum anderen verhalten sich auch hier die Gesetzmäßigkeiten ganz ähnlich, sind nur mitunter schwerer zu erkennen.

Angebot und Nachfrage?

Das Konzept von Angebot und Nachfrage dürfte vermutlich jedem geläufig sein. Je größer das Angebot desto kleiner der Preis, je größer die Nachfrage desto höher der Preis. Zumindest in der Tendenz. Gerade die soziale Marktwirtschaft und seine Architekten sahen in der Arbeit Unterschiede. So ist es z. B. durchaus so, dass jener der nur seine Arbeitskraft zu verkaufen hat selbst bei einem kleinen Preis bzw. kleinem Lohn mehr Arbeit nachfragt als er es bei einem höheren Lohn bzw. Preis tun würde. Dies ist auch etwas dass wir bei jeder Debatte um Niedriglohn, Mindestlohn und ähnlicher Hilfsarbeit-Konstrukte diskutieren die Prekarisierung in der Arbeitswelt. Menschen am untersten Ende gehen häufig mehreren geringfügigen Tätigkeiten nach als einer ordentlich bezahlten. Doch gehört dieses Problem eher in den vierten Teil indem ich über unintended consequences; unbeabsichtigten Folgen sprechen möchte.
An dieser Stelle bin ich immer noch dabei zu erläutern wie Löhne entstehen und wie dies in Zusammenhang mit der Vorstellung Friedrich August von Hayeks spontaner Ordnung in Einklang zu bringen ist.

Natürlich hat das Konzept von Angebot und Nachfrage einen massiven Einfluss, es steht aber nicht für sich allein. Selbst eine Arbeit die sehr nah am sogenannten Grenznutzen liegt wird besser bezahlt in einer Umgebung in der das Lohnniveau tendenziell höher ist als normal. Zumindest solange jenes Produkt oder Dienstleistung noch leicht über den Grenznutzen Erträge erwirtschaftet. Dieses Prinzip kann man ganz einfach feststellen wenn man Ostdeutschland und Westdeutschland vergleicht oder den Arbeitslohn von Rostock mit jenem aus München vergleicht. Und damit meine ich jetzt nicht speziell einen Gesamtdurchschnitt sondern durchaus Arbeits- und Branchenspezifische Löhne. Natürlich ergeben sich hier eine Reihe von anderen Problemen und mir gefällt es auch ganz und gar nicht in so großen Aggregaten denken zu müssen. Aber auch wenn wir uns der Strukturzwänge und Unterschiede klar sind, können wir feststellen, dass sich das Lohngefüge trotzdem irgendwie einstellt oder gar in Einklang bringt ohne für alles genaue Vorgaben oder Gesetze zu haben.

An dieser Stelle kann man dann ruhig mal die Gewerkschaft anbringen. Grundsätzlich stehe ich Gewerkschaften weit weniger problematisch gegenüber als das den Anschein haben mag. Auch hier liegt das Problem nicht direkt im Ziel sondern in den Methoden. Kaum jemand der über Macht verfügt kann davon ablassen sie zu missbrauchen. Der originäre Gedanke ist aber plausibel und ein Faktor zur Bestimmung von Arbeitslöhnen. Der Einfluss geht so weit und reicht bis in das Gewohnheitsrecht. Ein Konzept welches Hayek gerne für seine spontane Ordnung zitierte. So herrschte auch vor dem Mindestlohn die Übereinkunft und Möglichkeit bei Löhnen in einer Branche die ein Drittel unter dem Durchschnitt lagen entsprechend zu klagen und eine höhere Bezahlung einfordern zu können. Natürlich war es weit komplizierter diese Möglichkeit umzusetzen. ändert aber nichts daran das gerade der Mindestlohn und das Geschrei um ihm diese Möglichkeit in den Hintergrund verdrängt hat und das Lohnniveau insgesamt eher verschlechterte.

Akzeptanz von prekären Arbeitsverhältnissen?

Dies bringt mich zu der These, dass gerade das hochhalten vom Konzept des Mindestlohns einer Akzeptanz prekärer Arbeitsverhältnisse gleichkommt. Es ist jedem vollkommen klar, dass der Mindestlohn, sollte man ihn sein Leben lang verdienen, keine auskömmliche Rente und auch kein besonders auskömmliches Leben garantiert. Dadurch werden weitere Maßnahmen notwendig oder sie erscheinen es jedenfalls wie Solidarrente, Aufstockung, Projekte zur Teilhabe oder Mütterrente. Die Armut wird damit keinesfalls gelöst sondern lediglich verwaltet. Man könnte zynischer Weise davon ausgehen dass genau dies Zielsetzung in der Politik ist. Es gibt kaum Programme oder Projekte denen man anmerkt sie mögen das Problem eines Niedriglohnsektors damit überwinden neue Chancen zu ermöglichen. Das Meister-Bafög bzw. jetzt Aufstiegs-Bafög ist ein in Teilen guter Ansatz doch leider die Ausnahme.

Doch ist es natürlich in der Diskussion um den Mindestlohn ebenso problematisch man tue so als sei dieser bereits das Ende der Fahnenstange. Der Mindestlohn ist einfach der gesetzlich niedrigste Einstiegslohn. Solange man sich bildet, einsetzt und nicht stehen bleiben möchte, wird man kaum auf dieser Lohnstufe stagnieren. Doch wie bereits angerissen erscheint der Mindestlohn attraktiver mit Sozialkonzepten wie dem Aufstocken oder einer Rente für 40+ Jahre in Arbeit. Der Mindestlohn gaukelt eine Sicherheit und Bequemlichkeit vor, die weit schädlicher als seine sehr geringe Höhe ist. In einem weniger von Gesetzen und Regulierungen durchdrungenem Arbeitsmarkt würden solche Einstiegslöhne besser als solche erkannt und auch überwunden werden. Einfach indem man die Arbeit quittiert, wenn man merkt man tritt auf der Stelle und kann nicht das verwirklichen, was man sich für sein Leben vorgestellt hat.

Dies bringt mich dann auf dem Pfad von Ludwig von Mises in dem es um das Verhältnis von Wähler und Vertretern gehen wird.

 

Text von Daniel Pietrzak.

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