Die verhängnisvolle Anmaßung

Die erste Textreihe eines Lesers. In den nächsten Tagen lernt ihr Daniels Position zum Mindestlohn kennen.
Natürlich würden wir uns über eine rege Diskussion  freuen.
Euer Übers Leben Team

Wie startet man am besten einen Artikel? Vor allem einen Artikel der sich im Titel selbst schon eine gewisse Anmaßung über Anmaßungen anmaßt.
Doch ist dieser Titel nur ein Plagiat. Hat doch der klassisch liberale Ökonom Friedrich August von Hayek unter dem gleichen Titel seine Rede zur Verleihung des Wirtschaftsnobelpreises gehalten. Ihm ging es natürlich vor allem auch darum, den Wert des verliehenen Nobelpreises anzugreifen. Von ihm ginge eine ungeheure Strahlkraft aus, welche sich nicht selten im übersteigerten Vertrauen (ob von außen oder selbstgemacht) seiner Preisträger ausdrückt. Darum möchte ich an dieser Stelle direkt sämtliche Erwartungen schmälern. Ich werde nicht umhin kommen, bestimmte Anmaßungen zu tätigen, ohne dies beabsichtigt zu haben. Zum anderen sei der Titel und seine Implikation zugleich eine Mahnung an jene, welche dem Mindestlohn ein ähnlich übersteigertes Vertrauen entgegenbringen.

Mindesthohn?
Thematischen Bezug nehme ich wie man dem Bild und meinem letzten Satz bereits entnehmen kann zum Mindestlohn oder zu den Mindestlohngesetzen.
Hier könnte man ganz grundsätzlich philosophieren, ob es denn überhaupt einen Mindestlohn gibt, wie man ihn feststellt und berechnet und ob es dann darüber hinaus gut und recht sein kann, wenn diese Diskussion ein Dritter führt und nicht der betroffene Mensch. Wenn ich an mich selbst und mein Leben denke, dann habe ich natürlich Vorstellungen und die allermeisten Vorstellungen funktionieren nur, wenn ich über ein bestimmtes Einkommen verfüge. Dieses Einkommen würde ich für mich selbst durchaus als eine Art Mindesteinkommen bezeichnen. Doch da es sich ja nur um meine Vorstellungen über mein Leben handelt, gibt es da durchaus Spielraum. Das heißt, dieser Lohn ist grundsätzlich elastisch. Das Leben ist leider nicht in allen Einzelheiten planbar und in schwierigen Zeiten muss es mir möglich sein, mich auch unter meinem selbst gesteckten Mindestlohn erhalten zu können. Diese Möglichkeit besteht bei einem zentralstaatlich durchgesetzten Mindestlohn nicht. Aus diesem Grund wird dieser auch mehr als eine Art Existenzmindestlohn verstanden und liegt entsprechend am untersten Ende. Dennoch liegt hier also nicht einfach nur eine Anmaßung darüber vor, was denn nun für einen Mindestlohn ausreicht und was nicht, sondern hier liegt die Anmaßung weiterhin in der Anerkennung der Fähigkeit von Menschen die eigenen Probleme auch lösen zu können.

Wo liegt das Problem?
Wenn man sich das Problem des Lohnniveaus und der Bezahlung im Detail anschaut, so kommt man auch nicht vorbei an dem Punkt, dass der Mindestlohn bereits vor seinem Gesetz in den allermeisten Betrieben und Firmen bezahlt wurde. Die größten Probleme im Bereich der Bezahlung liegen eben nicht im privaten Sektor vor, sondern in den halbstaatlichen Bereichen so hat die Caritas (größter Arbeitgeber in Deutschland) vor dem Mindestlohngesetz gewarnt und andere ähnliche Träger wie der Arbeiter-Samariter-Bund oder die Johanniter und generell alle Bereiche in denen man besonders auf menschliche Arbeitskraft angewiesen ist, wie zum Beispiel in der Pflege in der Krankenversorgung oder Erziehung (insbesondere halbselbstständige Tagesmütter), kamen und kommen in Schwierigkeiten.
Nein ich sage nicht, dass es keine Probleme gibt und schon gar nicht, dass es keine Probleme im privaten Sektor gibt. Doch liegt das Problem hier vor allem in der Frage der Methode und in der Frage nach den Folgen.
Macht ist grundsätzlich problematisch und Machtmissbrauch das ewige Leid in der Politik.
Auf diese und weitere Aspekte gehe ich in den folgenden Teilen ein.

 

Text von Daniel Pietrzak.

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