Der beste Tag des Jahres war schon immer Weihnachten

Weihnachten ist eigentlich gar nicht so cool:
Wochen vor dem Fest wechseln sich jedes Jahr aufs neue Lieder wie „Last Christmas“ mit „Do they know it´s Christmas time?“ in Dauerschleife ab.
Dazu kommt der Stress, weil man seine Geschwister doch nicht so gut kennt, um kurz vor Ladenschluss noch passende Geschenk zu finden. Und allgemein ist doch Weihachten nur ein weiterer Grund für die Wirtschaft saftige Gewinne einzufahren und das auf Kosten der Verbraucher und eines Juden, der nur 33 Jahre alt wurde.

Die Vorfreude auf Weihnachtsgebäck wurde schon im Herbst befriedigt, Weihachten ist nicht im Sommer und die Predigt in der Kirche wird trotz das es Heiligabend ist nicht besser oder anders, weil der letzte Weihnachtsgottesdienst ein Jahr her ist. Aber warum freuen sich trotzdem so viele auf diesen besonderen Tag?

Ich bin mir sicher, es hat nichts damit zu tun, dass man seine liebsten selbstlos beschenkt, obwohl es Geschenke gibt. Viel mehr ist das besondere Zusammenspiel von unterschiedlichen Wünschen, Vorfreuden und Erwartungen, für die sich ein gemeinsamer Nenner an diesem einen Tag findet. Wann hat man es sonst, dass 2 alte und eine junge Generation gerne einen Tag miteinander verbringen, obwohl die Gründe dafür jeweils unterschiedlich sind? Die Großeltern freuen sich die Enkel zu sehen, die Eltern freuen sich auf ein gutes Essen usw.

Und hat Weihnachten nicht ein super Preis/Leistung Verhältnis, verglichen mit anderen Festen? So sind die besten Tauschgeschäfte an Weihnachten nämlich solche, wo man nicht 10 Euro gegen den 10. Euro-Wein tauscht, sondern die, wo unterschiedlichste Geschenke getauscht werden, wo die Werte extrem subjektiv sind. Mein bestes Tauschgeschäft war, als ich ein selbstgemaltes Tuschebild gegen eine Rennbahn getauscht hatte. Und das Bild hängt immer noch an der Wand.

Über Geschenke an Weihnachten freut man sich auch mehr, als bei anderen Festen.

Weihnachten ist so cool, weil es ein besonderer Tag ist,
den es so nur einmal im Jahr gibt. Macht man aber Dinge an anderen Tagen oder sogar öfters im Jahr,
die früher zu Weihnachten gehörten, nimmt man Weihnachten das Besondere.
Kauft man seinen Kindern mitten im Jahr ihre Wünsche,
wird sich die Freude über die Geschenke unter dem Tannenbaum nicht von gewöhnlichen Einkäufen unterscheiden.

Vorfreude, die sich nach Verzicht anfühlt und wie Leistung bewertet wird,
macht die Erfüllung eines Wunsches erst wertvoll.
Und wer nach langem warten sich immer noch auf das eine Geschenk freut,
für den hat es auch langfristig einen Wert und darum „schenken“ wir doch.
Damit ich Weihnachten auch weiterhin cool finde, werde ich die Teile, die Weihnachten ausmachen,
nicht je nach Lust und Laune mitten im Jahr zelebrieren.
Spekulatius werde ich nicht im September essen und in die Kirche werde ich nicht an anderen Tagen als Weihnachten gehen, aus Liebe zu Weihnachten.

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